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Sänger Dagobert : Das einzig Wahre

  • -Aktualisiert am

Trägt stets Maßanzug: Dagobert, Schlagersänger Bild: Promo

Er trägt stets einen Maßanzug, mag die Flippers, wie er sagt, und auch die Scorpions: Der Sänger Dagobert tritt in der Brotfabrik in Frankfurt auf und singt vertonte Liebesbriefe.

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          Seine Texte hat er einmal als „Liebesbriefe“ bezeichnet, als Briefe an Frauen, die es im wirklichen Leben gibt. Und weil man da auch „etwas Nettes“ sagen will, hat sich der junge Schweizer Musiker Dagobert, bürgerlich heißt er Lukas Jäger, ganz dem Schlager verschrieben.

          Als größten Einfluss gibt er gerne die Flippers an und schätzt ihre, wie er im Gespräch sagt, „doch sehr stilsichere Musik“. Aber auch die Scorpions („Mein Herz hängt an den Scorpions“) und David Hasselhoff gefallen ihm sehr. Doch wie ernst es ihm damit ist, das ist schwer zu ergründen. Einige Jahre hat er in Berlin gelebt, bevor er sich allein in die Bergwelt Graubündens zurückzog, um dort Songs zu schreiben und seine Musik reifen zu lassen. Als „Bergzeit“ beschreibt er die fünf Jahre in dem winzigen Ort Pigniu, wo er auf dem Laptop erste Songs komponierte und zum Künstler reifte.

          „Skrupellose Leidenschaft“

          Stets im Maßanzug gekleidet, gab sich der 1982 geborene Jäger bald den Künstlernamen „Dagobert“, nannte sich nach Dagobert Duck, den er für seine „skrupellose Leidenschaft“ bewundert, mit der sich dieser auf nur eine Sache fixiert. Was Duck das Geld ist, ist Dagobert die Musik. „Musik funktioniert aber für mich nur, weil es Frauen gibt“, sagt Dagobert und verweist damit auf sein eigenes ganz großes Thema: die Liebe.

          Aus enttäuschter Liebe bastelt Dagobert seinen Elektro-Schlager. Sein erstes Album „Dagobert“ ist 2013 erschienen, der Nachfolger „Afrika“ 2015. Sein drittes Werk „Welt ohne Zeit“, gerade veröffentlicht auf dem Label Staatsakt, geht den Weg konsequent weiter: Pop-Schlager über die Liebe, zehn wahre Geschichten, eine Art Konzeptalbum, erzählt gänzlich ohne Humor und Augenzwinkern. Selbst bescheinigt er sich musikalische Talentlosigkeit, aber immerhin Sturheit: „Wenn man so stur ist wie ich, dann muss irgendwann etwas Gutes dabei rauskommen. Heute bin ich glücklich mit dem, was ich mache.“

          Die Rolle von Frankenstein

          Neue Songs wie „Du und Ich“ pumpen die einfachen Lieder von früher auf episches Synthie-Pop-Format. „Nichts ist besser als du und ich“, schmettert Dandy Dagobert. Im Video zur Single schlüpft er in die Rolle von Frankenstein, der dabei ist, eine künstliche Frau zu erschaffen. Schwelgerisch klingt das und vollkommen distanzlos, ein wenig nach dem Spätwerk von Blumfeld, ein wenig nach Falco, ein wenig nach den Flippers, ein wenig nach den Manic Street Preachers.

          „Welt ohne Zeit“ ist ein großer Titel für ein Album über die Liebe, über das Gefühl, wenn man verliebt ist und die Zeit vergisst. Mehr will Dagobert nicht besingen. Mehr, so sagt er, will er nicht machen. Nur schöne Musik, die tief berührt. Ob das Kitsch ist? Darauf hat Dagobert eine bekannte Antwort. Der Kitsch liege, sagt er, ohnehin nur „im Auge des Betrachters“. Ein Stück der neuen Platte beschreibt übrigens eine Begegnung mit Audrey Hepburn. Eine Erscheinung, die Dagobert hatte. Leider ein einmaliges Erlebnis, bekennt der Musiker.

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