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Rheingau Musik Festival : Musik in Strandkörben genießen

Im Stadion: Marsilius Graf von Ingelheim (links), Michael Herrmann Bild: RMF/Tanja Nitzke

Das Rheingau Musik Festival bietet in diesem Sommer mehr Konzerte denn je. Damit soll der Ausfall im vergangenen Jahr kompensiert werden. Der Bundespräsident erklärt die Eröffnung zu seinem Benefizkonzert.

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          Nach dem Ausfall des gesamten Programms im Vorjahr bietet das Rheingau Musik Festival in diesem Sommer so viele Veranstaltungen an wie nie zuvor: In der Zeit vom 26. Juni bis 5. September sind an 22 Spielstätten des Rheingaus und benachbarter Regionen 192 Konzerte geplant, für die insgesamt 115.000 Karten zur Verfügung stehen. In den vergangenen Jahren waren es durchschnittlich 150 Konzerte bei etwa gleich vielen Karten. Dass sich 2021 in der 34. Ausgabe des Festivals die Konzert-Zahl so stark erhöht, hängt also damit zusammen, dass einige Programme bei halbierter Besucherkapazität an einem Tag zweimal angeboten werden. Die Veranstaltungen würden mit allen Hygienemaßnahmen durchgeführt, die Gesundheit aller Besucher, Künstler und Mitarbeiter liege dem Festival am Herzen, hoben die beiden Geschäftsführer, der Gründerintendant Michael Herrmann und Marsilius Graf von Ingelheim hervor, als sie am Donnerstag via Internetpräsentation das Programm vorstellten.

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          Guido Holze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es sei „ein starkes Zeichen nach einem sehr schwierigen Jahr für die weltweite Kulturbranche“, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Eröffnungskonzert des Festivals zu seinem Benefizkonzert erklärt habe. Der Erlös werde jungen Musiker zugutekommen, die große finanzielle Einbußen hinnehmen mussten. Traditionell wird das Eröffnungsprogramm an zwei Abenden vom hr-Sinfonieorchester in der Basilika von Kloster Eberbach gestaltet. Unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada, der letztmals als Chefdirigent am Pult steht, erklingt unter anderem Mendelssohns Sinfonie Nr. 5 d-Moll. Hauptspielstätten sind daneben weiterhin für Orchesterkonzerte das Kurhaus in Wiesbaden und für Kammermusik Schloss Johannisberg.

          Auf Schloss Johannisberg wird im Cuvéehof dazu in diesem Jahr eigens ein neuer Konzert-Kubus aus Holz errichtet, der bei einer Raumhöhe von acht Metern und mit einer speziellen Belüftungstechnik ermöglichen soll, dass dort mehr Zuschauer im Schachbrettmuster sitzen können, als dies im bisher genutzten Fürst-von-Metternich-Saal möglich wäre. Der Konzert-Kubus soll nach der Festivalzeit wieder abgebaut werden und mobil nutzbar bleiben.

          Ein breitgefächertes Repertoire

          Inhaltliche Schwerpunkte des Festivals bilden ein Wochenende im Juli unter dem Titel „Spot on Mozart“ mit neun Konzerten, an denen teils die Camerata Salzburg und als „Fokus“-Künstlerin die Violinistin und ARD-Preisträgerin Bomsori Kim mitwirken, sowie mehrere Konzerte zum hundertsten Geburtstag des argentinischen Tango-Komponisten Astor Piazzolla. Als „Artist in Residence“ wird die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili an vier Konzerten mitwirken, begleitet von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Gstaad Festival Orchestra. Ein weiterer „Fokus“ richtet sich auf den Tenebrae Choir aus London, der sein breitgefächertes Repertoire unter der Leitung von Nigel Short präsentieren wird.

          Zu größeren Orchester-Gastspielen im Wiesbadener Kurhaus zählen die Auftritte des West-Eastern Divan Orchestra, das im Vorjahr mit dem Rheingau-Musikpreis ausgezeichnet wurde und nun seinen Auftritt mit Daniel Barenboim nachholt, sowie der Bamberger Symphoniker und des Royal Philharmonic Orchestra aus London. Unter dem Titel „Next Generation“ will das Rheingau Musik Festival auch wieder zahlreichen jungen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten verschaffen. Auch mehrere Kinderkonzerte sind geplant.

          Als neue Spielstätten kommen der sanierte große Hof von Kloster Eberbach und die Brita-Arena in Wiesbaden hinzu. In dem Fußballstadion veranstaltet das Festival sogenannte Strandkorb-Open-Air-Konzerte. Dabei werden mehrere hundert Strandkörbe in gebotenem Abstand zueinander auf dem Spielfeld plaziert. Die Sitzplätze auf den Tribünen dazugezählt, können so bis zu 3000 Besucher einem Konzert beiwohnen. In der Arena werden die englische Popband Smokie, Jazz-Star Till Brönner, der Singer-Songwriter Max Giesinger und die niederländische Saxophon-Meisterin Candy Dulfer auftreten. Zu Jazz- und Popkonzerten an den übrigen Spielorten des Festivals werden in diesem Jahr außerdem bekannte Namen wie Michael Wollny, Johnny Logan, Myles Sanko, Nils Wülker, Klaus Hoffmann und Ute Lemper erwartet.

          Informationen zum Programm und Tickets im Vorverkauf gibt es unter der Rufnummer 0 67 23/60 21 70 sowie über die Website www.rheingau-musik-festival.de

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