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Schauspiel Frankfurt : Volles Haus

Im Schauspiel Frankfurt bricht die nächste Phase des Pandemietheaters an. Bild: Lakuntza, Nerea

Eine neue Phase des Pandemietheaters ist im Schauspiel Frankfurt angebrochen. Für die Schauspieler bedeutet das eine große Erleichterung. Manch einem Besucher ist es angesichts der vollen Reihen etwas unwohl zumute.

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          Ihr seid alle ersetzbar, sagt der Tycoon und deutet auf die Schauspieler. Torsten Flassig? Kann gehen. Sein Bruder Carsten macht’s für die Hälfte. Wolfram Koch, lässig vorn an der Rampe sitzend, hat in der kurzen Streikszene zusammengefasst, wie er und seine Kollegen sich in den vergangenen anderthalb Jahren gefühlt haben. Wenn man schon ein Stück spielt über Kapitalismus, gesellschaftliche Utopien und Illusionen zur Wiedereröffnung des Schauspiels Frankfurt, muss das Theater selbst irgendwie auch vorkommen.

          Erst recht, wenn die Hauptfigur zum ersten Mal wieder in beinahe vollbesetzten Reihen sprechen kann. Mit „Öl“, inszeniert von Jan-Christoph Gockel, hat das Haus eine neue Phase des Pandemietheaters begonnen. Einigen war es zu eng, so mit Maske wieder dicht an dicht mit Fremden zu sitzen, andere haben sichtlich, nach kurzem Zögern, wieder in die Haltung des versierten Theatergängers zurückgefunden.

          Manche wussten auch nach der Premiere noch nicht, wie sie das finden, künftig wieder im vollen Haus zu sitzen. Das, so scheint es, wird ein neuer Gewöhnungsprozess. Den Schauspielern aber war die Erleichterung und die Freude anzumerken, nicht mehr in eine schwarze Leere hineinzuspielen. Und das Publikum, das heftig applaudierte, mag noch eine Runde mehr geklatscht haben, weil auch das sich wieder so anfühlte wie früher. Richtiger.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

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