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Reflektierte Kunst : Der Homo digitalis nimmt Gestalt an

  • -Aktualisiert am

Der Digitalisierungsprozess und seine körperliche Folgen: Die Skulptur von Berit Schmidt-Villnow stellt einen Menschen an der Tastatur dar. Bild: Marcus Kaufhold

Vom Computerherz bis zum Totenkult: Eine Darmstädter Kunstausstellung macht Visionen zur digitalen Welt greifbar – und zeigt, wie sie uns verändert.

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          Das Herz der Digitalisierung pocht laut und gleichmäßig. Kein Kammerflimmern und keine Herzaussetzer lässt „Smart Home“ zu, ein kleiner Kasten aus Plexiglas mit goldenen Prozessoren im Inneren, dessen Computerherz überall im Raum zu hören ist. Aber womöglich ist dieser stabile Zustand ja nur eine Frage der Zeit und der individuellen Verfassung. Nur wenige Meter entfernt von Barbara Fuchs-Schneeweiss‘ akustischer Installation wird der Besucher der Ausstellung „Positionen 2018 – Digitale Stadt“ im Designhaus mit einem digitalen Suizid konfrontiert.

          Peter Debusi hat ihn im Garten vollzogen. Dort inszeniert er sein „off“ als Grabstätte: Ein weißes Kreuz mit Bildnis und Namen, davor Blumenschmuck und Kerzen. Debusi hofft auf Nachahmer, die wie er der digitalen Welt für immer entsagen und digitale Friedhöfe errichten als Erinnerung, Andacht und Mahnung an alle, die noch „on“ sind – inklusive einer Facebook-Seite zum digitalen Totenkult, auf der man sein „gefällt mir“ über die Praxis der radikal-digitalen Abstinenz kundtun kann.

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