https://www.faz.net/-gzg-9dcyi

Reflektierte Kunst : Der Homo digitalis nimmt Gestalt an

Der Digitalisierungsprozess und seine körperliche Folgen: Die Skulptur von Berit Schmidt-Villnow stellt einen Menschen an der Tastatur dar. Bild: Marcus Kaufhold

Vom Computerherz bis zum Totenkult: Eine Darmstädter Kunstausstellung macht Visionen zur digitalen Welt greifbar – und zeigt, wie sie uns verändert.

          3 Min.

          Das Herz der Digitalisierung pocht laut und gleichmäßig. Kein Kammerflimmern und keine Herzaussetzer lässt „Smart Home“ zu, ein kleiner Kasten aus Plexiglas mit goldenen Prozessoren im Inneren, dessen Computerherz überall im Raum zu hören ist. Aber womöglich ist dieser stabile Zustand ja nur eine Frage der Zeit und der individuellen Verfassung. Nur wenige Meter entfernt von Barbara Fuchs-Schneeweiss‘ akustischer Installation wird der Besucher der Ausstellung „Positionen 2018 – Digitale Stadt“ im Designhaus mit einem digitalen Suizid konfrontiert.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Peter Debusi hat ihn im Garten vollzogen. Dort inszeniert er sein „off“ als Grabstätte: Ein weißes Kreuz mit Bildnis und Namen, davor Blumenschmuck und Kerzen. Debusi hofft auf Nachahmer, die wie er der digitalen Welt für immer entsagen und digitale Friedhöfe errichten als Erinnerung, Andacht und Mahnung an alle, die noch „on“ sind – inklusive einer Facebook-Seite zum digitalen Totenkult, auf der man sein „gefällt mir“ über die Praxis der radikal-digitalen Abstinenz kundtun kann.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Antrieb der Zukunft : Elektroautos retten das Klima nicht

          Mit welchem Antrieb wir in die Zukunft fahren, scheint politisch entschieden. Aber neue Untersuchungen nähren Zweifel. Demnach ist ein Elektroauto erst nach 219.000 Kilometern besser für das Klima. Der Plug-in-Hybrid ist erst recht kein Gewinn.

          Corona-Politik in Moskau : Das Virus des Westens

          Russland in Siegesstimmung: Moskau verordnet sich neue Quarantäneregeln. Einige sind freilich so absurd, dass sie auf Youtube parodiert werden. Und Polizisten fühlen sich ohnehin nicht an sie gebunden.
          Betrachtet man Pornographie als eine Droge, handelt es sich um eine, die so leicht verfügbar ist wie nie zuvor. (Symbolbild)

          Porno-Sucht : Den Sex zu zweit muss er erst lernen

          Martin Beck war sein halbes Leben lang süchtig nach Pornos. Jetzt will er widerstehen. Und sucht nach dem richtigen Umgang mit Ecken des Internets, aus denen er sich eigentlich fernhalten will.