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Porträt : Dieter Schormann: Ein Buchhändler als Marketing-Experte

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Nie ohne meinen Schal: Börsenverein-Chef Schormann Bild: dpa/dpaweb

Sein Markenzeichen ist ein bunter Schal, den er stets um den Hals trägt: Dieter Schormann entspricht als Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nicht unbedingt dem eher konservativen Image des Traditionsverbandes.

          Sein Markenzeichen ist ein bunter Schal, den er stets um den Hals trägt: Dieter Schormann entspricht als Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nicht unbedingt dem eher konservativen Image des 1825 gegründeten Traditionsverbandes. Schormann, der neben Drei-Tage-Bart und modischer Brille auch gern bunte Fliegen trägt, weiß sich in Szene zu setzen. Der 58jährige Buchhändler aus Gießen, der am Mittwoch für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde, ist Marketing-Experte. Er leitet den Dachverband der deutschen Buchbranche in einer Zeit, in der im Wettbewerb der Medien die Vermarktung des Buchs wichtiger denn je geworden ist.

          Seit Schormanns Amtsantritt vor drei Jahren ist der in Frankfurt ansässige Börsenverein umgekrempelt worden. Aus den Landesverbänden entstand ein Gesamtverein, für die Wirtschaftsbetriebe wurde eine Holding gegründet. Zugleich wurde für die Mitglieder des Vereins, zu denen neben Buchhändlern und Verlagen auch die Grossisten gehören, die Marktforschung verbessert.

          Öffentlichkeitswirksame Ereignisse

          Schormann setzt auf publicityträchtige Events mit Hilfe des Fernsehens. Neben dem renommierten Friedenspreis vergibt der Börsenverein seit drei Jahren auf der Leipziger Buchmesse den Deutschen Bücherpreis, der jedoch bislang nicht die erhoffte Resonanz in der Öffentlichkeit fand. Jetzt hat Schormann, der mit seinen PR-Ideen nicht unumstritten ist, ein anderes Projekt im Visier: Er wünscht sich eine große Fernsehgala am Vorabend der Frankfurter Buchmesse. Zusammen mit dem ZDF wird bereits an einer Sendung über die Lieblingsbücher der Deutschen gebastelt.

          Der wendige Schormann hat selbst Erfahrung mit dem Fernsehen. In Gießen, wohin er 1968 als Geschäftsführer der Ferber'schen Universitäts-Buchhandlung kam, hat er sich im „Offenen Kanal“ als Talkmaster versucht. Seit 1975 ist er Inhaber der Buchhandlung. Dabei zeigt er sich immer wieder kreativ. So hat er in einem Gießener Möbelladen einen Büchershop aufgemacht. In seinem eigenen Geschäft sorgt er mit immer neuen Dekorationen für neue Kaufanreize. Mal schafft er eine Atmosphäre wie in den Pariser Markthallen, mal steckt er seine Verkäufer in Gewänder der Goethe-Zeit.

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