https://www.faz.net/-gzg-adlud

Playmobil : Mit Detail im Kinderzimmer und Museum

Für Ausstellungen zu haben: der Sammler Oliver Schaffer (dritter von Links) 2015 bei einer Schau in Celle. Bild: dpa

Mit Playmobil lassen sich so einige Situationen nachbauen: das Leben auf dem Piratenschiff oder der Ritterburg sind nur der Anfang. Im Kloster Eberbach zeigt der Künstler Oliver Schaffer das Klosterleben in „Playmo“ Form.

          1 Min.

          Das Kinderzimmer ist seit Tagen nicht zu betreten. Die Bewohnerin hat ihr Playmobil aufgebaut, und das sind Figuren, Autos, Kutschen, Häuser, Burgen, ganze Landschaften mit Bäumen, Bergen und Seen und unzählige dazugehörige Kleinteile, von denen sie Tausende, womöglich Zehntausende besitzt. Vieles ist von den Geschwistern geerbt, aber anderes, was mit Tieren zu tun hat, ist noch hinzugekommen: Bauernhöfe, Pferdeställe, Tiere mit Nachwuchs. Dazu Umzäunungen, Futtertröge, Satteldecken, sogar Hufkratzer und Striegel im Miniformat.

          Es ist bemerkenswert, an welche Details die Hersteller denken, unsere gesamte Welt, so scheint es, ist hier eins zu eins abgebildet. Immer mehr Lebenssphären wurden in Produktserien erfasst, den Krankenhausaufenthalt kann man nachspielen, den Flug in den Urlaub, aber auch Schulalltag, Schwimmbadbesuch, Einkauf auf dem Markt. Umso erstaunlicher, dass Kinder kein einziges winziges Teil je vergessen: Jeden millimetergroßen Armreif der Soldaten, jedes Schwert und Schild können sie zuordnen. Und sie merken, sollte etwas fehlen, weil man es versehentlich eingesaugt hat.

          Für Erwachsene ist das schwierig. Wie soll man auf diesem Miniaturtableau laufen, leben? Zur Wehmut mischt sich daher ein gutes Stück Freude, wenn die Playmos irgendwann im Keller verschwinden. Doch nun wird es im Kloster Eberbach eine Playmobil-Schau geben. Seitdem er sie 2003 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer präsentierte, hat der Hamburger Oliver Schaffer die Anordnung der Spielfiguren samt Zubehör in Dioramen zu seiner Kunstfertigkeit erhoben. Mehr als 100.000 Figuren und eine Million Einzelteile umfasst seine Sammlung, da kommt dann doch kein Kind mit. Sogar im Pariser „Musée des Arts Décoratifs“ präsentierte er die lächelnden Figuren mit dem eckigen Haarschnitt. Ums Klosterleben wird es in Eberbach gehen. Jüngere Besucher wird es freuen, doch stellen sich sicherlich andere die Frage: Hört das denn nie auf?

          Katharina Deschka
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weitere Themen

          Holt die Studenten an die Unis zurück

          Heute in Rhein-Main : Holt die Studenten an die Unis zurück

          Im Herbst sollen wieder mehr Uni-Veranstaltungen in Präsenz stattfinden. Rund 36 Millionen Euro kosten die Polizeieinsätze am Dannenröder Forst das Land Hessen. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.