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Nick Waterhouse in Frankfurt : Das gute Alte

Mann mit Seele: Nick Waterhouse Bild: Marcus Kaufhold

Einen in den frühen sechziger Jahren gebräuchlichen traditionellen Sound bewahren und dennoch quicklebendig klingen: Dieses Kunststück vollbringt Nick Waterhouse. An diesem Abend live im Club Gibson in Frankfurt.

          1 Min.

          Der Mann blickt gern zurück. Nicht weil früher alles besser war, sondern weil die Vergangenheit niemals wirklich vergangen ist und weiter durch alles fließt, was uns umgibt. So sieht es jedenfalls der kalifornische Sänger, Gitarrist und Komponist Nick Waterhouse, der seit bald einem Jahrzehnt das Kunststück vollführt, einen traditionellen Sound, wie er in den frühen sechziger Jahren gebräuchlich war, zu bewahren, ohne dabei antiquiert, sondern im Gegenteil quicklebendig zu klingen. Das vierte Album des 33 Jahre alten Amerikaners, im März dieses Jahres erschienen, ist ein weiterer Beleg für diese Qualität. Schlicht „Nick Waterhouse“ betitelt, verknüpft es einmal mehr rauhen Rhythm & Blues, frühen Soul sowie etwas Surf und etwas Jazz so gekonnt und geschickt, dass man zu den Songs sofort das Fingerschnippen beginnen möchte.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Mein erstes Album war ja im Grunde eine Zusammenstellung von Singles, das zweite entstand unter großem Druck, und das dritte Album fühlte sich eigentlich wie ein Debüt an, was gewiss dazu beigetragen hat, dass nun das neue Album meinen Namen trägt. Ich sehe es als eine Herausforderung an, gab es doch einige, die sagten, ich sei nur ein weiterer Retro-Act, der bald wieder verschwunden ist. Denen möchte ich zeigen, dass Nick Waterhouse immer noch da ist“, sagt der Musiker im Telefongespräch mit dieser Zeitung.

          Höchst tanzbar zelebriert

          Für die Aufnahmen hat er sich wieder ein altes analoges Studio gesucht, um seine Soundvorstellungen umsetzen zu können. Fündig ist er in Hollywood geworden, wo das Electro-Vox Recording Studio beheimatet ist. „Es ist ein Studio aus den dreißiger Jahren mit einer wundervollen Atmosphäre. Man kann dort zehn Leute in einen Raum stellen und aufnehmen“, berichtet Waterhouse von den Aufnahmesessions, die eine knappe Woche dauerten. „Einige Songs haben wir gleich mit dem ersten Take aufgenommen. Die Musiker, zwischen 18 und 85 Jahre alt, waren großartig“, sagt Waterhouse, der selbst ein versierter Produzent ist und bei den Aufnahmen von Paul Butler (Michael Kiwanuka, Devendra Banhart) unterstützt wurde.

          Nicht alle Aufnahmen haben es aufs Album geschafft, darunter auch der wunderbare Song „I’m Due (For A Heartache)“. Den hat Waterhouse nun doch noch als Single veröffentlicht: „Das ist das Lied, das uns am zweiten Aufnahmetag alle in Stimmung brachte und für den Flow der restlichen Aufnahmen sorgte“, sagt der Mann, der gern zurückblickt – nicht zuletzt übrigens in seinen großartigen Konzerten, in denen er das gute Alte höchst tanzbar zelebriert.

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