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Naturfotografie-Ausstellung : Elementarteilchen

Löwe: Eine der Tierarten, die in der Ausstellung im Frankfurter Palmengarten vertreten ist Bild: AP

Landschaften, Pflanzen und Tiere: Der Frankfurter Palmengarten zeigt Fotos aus dem Wettbewerb„Europäischer Naturfotograf des Jahres“. Die Fotografen lenken das Augenmerk der Besucher auf die Schönheit der Natur und werben für den Schutz ihrer Artenvielfalt.

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          Platzangst kennen sie nicht. Auch keinen Sozialstress wie andere Tiere. Wenn die grönländischen Knutts auf ihrem Herbstzug in Norfolk rasten, um Nahrung aufzunehmen und Kraft zu tanken, dann sieht das aus wie „Fluidity“. So jedenfalls hat Chris Gomersall sein Foto genannt, auf dem er etwa 40.000 der Schnepfenvögel im Naturschutzgebiet Snettisham festgehalten hat. Ein über ihm kreisender Beutegeier hatte den Schwarm verschreckt, er wogte wild durcheinander: ein pointillistisches Muster aus weißem Brust- und hellgrauem Rückengefieder. Für das im Oktober 2006 entstandene Bild ist der britische Fotograf zum Gesamtsieger des Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“ 2007 gekürt worden.

          Claudia Schülke
          Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Knutts eröffnen eine Ausstellung mit einer Auswahl der 81 preisgekrönten Naturfotografien in der Galerie am Palmenhaus des Frankfurter Palmengartens. Mehr als 570 Amateur- und Profifotografen aus elf europäischen Ländern haben sich diesmal mit fast 9.000 Bildern an dem Wettbewerb beteiligt. Er wird jährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ausgeschrieben. Mit malerischen Landschaftsbildern, beeindruckenden Tierporträts und ungewöhnlichen Pflanzenbildern lenken die Fotografen das Augenmerk der Besucher auf die Schönheit der Natur und werben für den Schutz ihrer Artenvielfalt.

          Erotische Assoziationen

          Wie ein Engel mit flammendem Schwert erhebt sich eine balzende Rotnackenlerche flügelschlagend im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. Wie Aureolen leuchten hinter ihr die Tautropfen im Savannengras der Massai Mara in Kenia. Gabriela Staebler aus Deutschland hat mit dieser Aufnahme den Sieg in der Kategorie „Vögel“ davongetragen. Gleich daneben holt der „Kleine Kannibale“ von Hans-Jürgen Schmid den Besucher zurück auf den harten Boden der Evolution: Auf einer bulgarischen Landstraße verspeist ein Ziesel einen überfahrenen Artgenossen. Dafür wurde der deutsche Fotograf zum Sieger in der Kategorie „Säugetiere“ erklärt. Erster in der Kategorie „Andere Tiere“ wurde der Niederländer Edwin Gisbers mit seiner „Maniküre“: Er hatte auf der griechischen Insel Samos eine Gottesanbeterin entdeckt, die sich gerade die Vordergliedmaßen putzte.

          Auch die Wettbewerbsteilnehmer, die nur eine „Lobende Erwähnung“ erhalten haben, empfehlen sich als Meister ihrer Zunft. Axel Böhme etwa mit seiner „Fliege am Spinnenleim“ (Kategorie „Atelier Natur“) oder Florian Möllers mit seinem Bild „Schlucken verboten“ (Kategorie „Mensch und Natur“), das einen Kormoran zeigt, dem der Hals von Menschenhand zugedrückt wird, wie es bei den ostasiatischen Fischern üblich ist. Wie chinesische Malerei wirkt das Guckloch im Nebel, durch das die Pyrenäen bei „Ordesa“ sichtbar werden (Kategorie „Landschaft“). Erotische Assoziationen dagegen erweckt der „Nipple“ einer Agave (Kategorie „Pflanzen und Pilze“) in einem botanischen Garten Sloweniens. Und der Löwenatem im ersten Morgenlicht der frostigen Massai Mara gibt selbst der eher konventionellen Kategorie „Säugetiere“ einen surrealen Kick.

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