https://www.faz.net/-gzg-ag4y1

Staatstheater Wiesbaden : Generalmusikdirektor geht vorzeitig

  • Aktualisiert am

Abschied: Der Wiesbadener Generalmusikdirektor Patrick Lange geht vorzeitig Bild: Neda Navaee

Das Staatstheater Wiesbaden verliert seinen Generalmusikdirektor früher als gedacht. Patrick Lange hat „künstlerische Differenzen“ mit dem Intendanten Laufenberg. Der Orchestervorstand äußert Bedauern.

          1 Min.

          Der Generalmusikdirektor Patrick Lange wird sein Engagement am Staatstheater Wiesbaden vorzeitig beenden. Grund dafür sind dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst zufolge „künstlerische Differenzen“ mit dem Intendanten Uwe Eric Laufenberg. Das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden bedauern als Träger des Theaters den Schritt „außerordentlich“, derzeit würden die Details der Vertragsauflösung verhandelt. Dem Vernehmen nach wird die Auflösung schnell erfolgen. Damit büßt Laufenberg, der selbst vor wenigen Tagen erklärt hatte, seine Arbeit mit der Spielzeit 2023/24 zu beenden, einen weiteren Generalmusikdirektor ein. Auch Langes Vorgänger Zsolt Hamar hatte sein Engagement 2016 vorzeitig beendet.

          Lange ist seit der Saison 2017/2018 Generalmusikdirektor des Staatstheaters, sein Vertrag hätte mit der Spielzeit 2022/2023 geendet. Der Orchestervorstand erklärte im Namen der 80 Musikerinnen und Musiker, Langes Kündigung sei „ein sehr bedauerlicher, aber nachvollziehbarer Schritt“, der „die Konsequenz einer längeren Entwicklung ist und absehbar war“. Die Qualität eines Orchesters könne nur erhalten oder verbessert werden, wenn der Generalmusikdirektor ausreichend Probenzeit mit dem Orchester habe und Proben sinnvoll disponiert würden. „Beide Voraussetzungen waren und sind im Hessischen Staatstheater häufig nicht gegeben“. Versuche Langes, für das Orchester etwas zum Positiven zu verändern, hätten kein Gehör gefunden.

          In der jüngeren Vergangenheit war immer wieder von Auseinandersetzungen zwischen Orchester und Intendant zu hören gewesen, auch weil dieses den Spielplan für die Pandemie kritisiert hatte. Laufenberg hatte seit Jahresbeginn die Wiederaufnahme von Wagners „Ring“ geprobt, da Gastverträge mit Sängern schon geschlossen seien. Das Hessische Staatsorchester allerdings wirkte bei der Aufführung nicht mit: Im Juli stand Lange als Dirigent allein im Orchestergraben, während Laufenberg das „Rheingold“ nur mit Klavierbegleitung aufführen ließ.

          Lange, der sich mit Kommentaren bedeckt hält, hatte zuvor den Wunsch nach einer „realistischeren“ Spielplangestaltung in der Pandemie geäußert. Kunstministerin Angela Dorn (Die Grünen) sprach jetzt von ihrem „großen Respekt vor der künstlerischen Leistung“ Langes, man hätte gerne weiter mit ihm zusammengearbeitet.

          Weitere Themen

          Strengere Regeln nach den Herbstferien

          Corona an Schulen : Strengere Regeln nach den Herbstferien

          Nach den Herbstferien werden die Corona-Regeln an hessischen Schulen strenger. Vorerst zwei Wochen lang müssen Kinder auch am Sitzplatz eine Maske tragen, ungeimpfte Schüler müssen dreimal die Woche getestet werden.

          Wie man um die Ecke schießt Video-Seite öffnen

          Geht doch! : Wie man um die Ecke schießt

          Ecken direkt verwandeln – auf dem Fußballplatz geht das noch vergleichbar einfach. Beim Tipp-Kick braucht es viel Feingefühl. Wir verraten, wie der perfekte Schuss um die Ecke gelingt.

          Erlebnisreichtum vor der Haustür

          Tourismus im Taunus : Erlebnisreichtum vor der Haustür

          Die Stadt Hofheim kehrt nach sieben Jahren zurück in den Kreis der Taunus Touristik Service. So hofft eine Kleinstadt auf bessere Wahrnehmung in der Region und darüber hinaus.

          Topmeldungen

          Oh, wie schön ist das Harzvorland: Lange bedauerte Mittelstädte wie Bleckenstedt in der Region Salzgitter sind plötzlich hoch im Kurs.

          Immobilienpreise : Jetzt wird auch das flache Land teurer

          Die Immobilienpreise steigen nicht nur in den Metropolen des Landes. Warum das Dorf für Großstädter immer mehr zur Alternative wird und was das für den Traum vom Eigenheim bedeutet.
          Maybrit Illner im Gespräch mit ihren Gästen

          TV-Kritik: Maybrit Illner : Das neue Traumpaar der deutschen Politik

          Christian Lindner und Annalena Baerbock zeigten uns Zuschauern gestern Abend bei Maybrit Illner ihr herzliches Einvernehmen: Wir waren fast schon gerührt. Norbert Röttgen dokumentierte dagegen das Elend der CDU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.