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Musikakademie : Wenn 33 Konzertflügel umziehen

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Mit einem Klavier umzuziehen, das ist umständlich, braucht Zeit und sorgfältige Vorbereitung. Mit 33 Konzertflügeln und 30 Klavieren umzuziehen, das klingt nach logistischer Großtat. Eine Frankfurter Institution von historischem Rang, die Stiftung und Musikakademie Dr.

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          Mit einem Klavier umzuziehen, das ist umständlich, braucht Zeit und sorgfältige Vorbereitung. Mit 33 Konzertflügeln und 30 Klavieren umzuziehen, das klingt nach logistischer Großtat. Eine Frankfurter Institution von historischem Rang, die Stiftung und Musikakademie Dr. Hoch's Konservatorium, bezieht in diesen Tagen ihr neues Gebäude in der Sonnemannstraße. Der Umzug aus dem Philanthropin im Nordend sei nötig geworden, weil die Frankfurter Jüdische Schule die Räume im "Philanthropin" benötigt habe, erläutert Frank Stähle, Direktor des Konservatoriums. Gemeinsam mit dem Bildungsdezernat der Stadt Frankfurt habe man mit dem Neubau im Ostend eine gute Lösung für die Musikakademie gefunden. Er ist Teil des umfangreichen Bauvorhabens "Bildungszentrum Ost", das von der Stadt Frankfurt mit Hilfe privater Investoren verwirklicht wird. Die Stadtplaner betrachteten dies als eine Aufwertung des Frankfurter Ostens, sagt Stähle, zumal in der Nähe auch der neue Standort der Europäischen Zentralbank liegt.

          Das lichtdurchflutete Haus der Musikakademie ist schon im Foyer großzügig angelegt. Flure und Säle wirken hell und geräumig. Es bildet ein architektonisches Ensemble mit den Gebäuden für die Volkshochschule, die Bethmannschule und zwei Abendgymnasien, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen. Entworfen wurde der Komplex vom Architektenbüro JSK. Für das Hoch'sche Konservatorium wurden die besonderen Anforderungen von Musikunterricht und -aufführungen berücksichtigt. Stähle ist zufrieden: "Das Philanthropin war ja nicht für unser Konservatorium gemacht. Aber dies hier wurde eigens für uns gebaut." Dabei halfen Fachleute für Akustik: Sie sorgten dafür, daß die Wände der Räume nicht wie üblich in 90-Grad-Winkeln zueinander stehen, sondern in etwas größeren oder kleineren Winkeln. Dies solle die Raumakustik verbessern. Wände und Fensterflächen habe man zusätzlich isoliert, um einen besseren Schallschutz zu erzielen.

          Im neuen Gebäude stehen dem Konservatorium zwei große Konzertsäle zur Verfügung. Auf sechs Etagen sind 49 Räume für den Musik- und Ballettunterricht, darunter zwei Ballettsäle, untergebracht. Hinzu kommen ein professionell ausgestattetes Tonstudio, eine große Bibliothek und mehrere Nebenräume wie Lager oder Künstlergarderoben. Eine Tiefgarage unter dem benachbarten Abendgymnasium soll genügend Parkplätze für die Besucher des Konservatoriums bieten.

          Nicht nur Klaviere und Flügel, auch andere große Musikinstrumente bedürfen besonderer Sorgfalt beim Umzug, erläutert Stähle: Cembali, Harfen und zwei Orgeln gehören dazu. Die Orgeln müßten dazu in Einzelteile zerlegt werden: Allein für die kleine Orgel, die als eines der ersten Instrumente ins neue Domizil gebracht worden ist, habe man man acht Wochen gebraucht, bis sie zerlegt, transportiert und im großen Konzertsaal wieder zusammengebaut und gestimmt war. Die meisten Instrumente seien nicht nur stoßempfindlich, sondern sie müssen beim Transport auch vor Kälte geschützt werden, denn ihre Saiten und das Holz dehnen sich bei Temperaturschwankungen, so daß es zu Rissen kommen kann. Stähle rechnet mit kleinen Schäden an den älteren Instrumenten, ist aber alles in allem zuversichtlich.

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