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Museumsuferfest in Frankfurt : Ansturm auf das Mainufer

  • -Aktualisiert am

Lichterzauber: Je später der Abend, desto stimmungsvoller wird es entlang des Mainufers. Bild: Marina Pepaj

Am Wochenende war das Frankfurter Mainufer besonders belebt: Rund zwei Millionen Besucher feierten beim Museumsuferfest das Leben und die Kunst. Das lockte auch Kirchenvertreter an.

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          Über die Auswahl der Stände sei er ein wenig überrascht, sagt ein Besucher des Museumsuferfestes, der aus Limburg angereist ist. Sie erinnere ihn doch sehr an die Straßenfeste seiner Heimatstadt. „Es gibt ja eigentlich nur Essen und ein bisschen Handwerkskunst.“ Aus diesem Grund sei er auch lieber ins Museum gegangen. Jetzt steht er im Städel vor einem Werk von Carl Friedrich Lessing und blickt ehrfürchtig auf die Wand vor ihm: „Ein tolles Bild.“

          Das Städel ist an diesem Wochenende ein wahrer Besuchermagnet. Ungezählte Menschen sehen sich die Werke an oder stöbern im Museumsladen. An einem normalen Sommerwochenende kämen etwa 1000 Besucher in das Museum, sagt eine Sprecherin. Während des Museumsuferfestes seien es am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 4500 und 5000 Besucher. Es erfordere großen Aufwand, das Fest zu organisieren und ein geeignetes Programm zu erstellen. Ein zusätzliches Budget dafür gebe es trotzdem nicht. Und auch von der Stadt erhalte das Städel keinen Zuschuss. „Das Museumsuferfest ist kein lukratives Geschäft“, sagt die Sprecherin. Es gehe vielmehr darum, den Besuchern die Türen zu öffnen und auch Menschen zu erreichen, die man sonst vielleicht nicht erreiche.

          Auch das Museum Angewandte Kunst nutzt die große Party am Mainufer in erster Linie, um sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren, wie eine Sprecherin sagt. Man rechne für das gesamte Wochenende mit mehr als 20.000 Besuchern. Weil die Klimaanlage auf äußere Einflüsse reagiere, bestehe für die Kunstwerke keine Gefahr – selbst dann, wenn die Luftfeuchtigkeit durch die vielen Menschen steigt.

          Tagsüber lieferten sich die Ruderer einen Wettkampf mit ihren Drachenbooten. Bilderstrecke

          Die meisten Besucher sind ohnehin außerhalb der Museen unterwegs. Bei Temperaturen um die 30 Grad lauschen sie der Musik, probieren Gerichte aus aller Welt und flanieren am Mainufer entlang. Veranstaltungsleiter Kurt Stroscher spricht von 20.0000 Gästen am Freitag und 80.0000 am Samstag. Er sei zuversichtlich, am Sonntag die Marke von einer Million Besuchern zu knacken. Außer Händlern und Gastronomen profitieren auch städtische Einrichtungen vom Museumsuferfest. Selbst Kirchenvertreter aus Sachsenhausen und Oberrad sind mit einem Stand vertreten. „Wir finden, dass auch wir zu so einem Fest gehören“, sagt Roswitha Kleck vom Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Dreikönigsgemeinde. Sie sei dennoch erstaunt, wie viele Leute vor ihrem Tisch stehen blieben.

          Das bestätigt auch Rebecca Obbarius von der Erlösergemeinde Oberrad. Vor allem die bevorstehenden Kirchenfeste stießen auf großes Interesse, sagt sie und zeigt auf Broschüren über Veranstaltungen wie das Deutschherrnfest am Monatsende.

          Hinter den beiden Frauen ist ein sogenanntes Bitt-Board aufgebaut. Wer will, kann auf ein Papier in Blütenform eine Bitte notieren, die dann während des Gottesdienstes vorgelesen wird. Gegen Mittag hängen dort bereits 30 Blüten mit Wünschen. Für Roswitha Kleck ist das ein gutes Zeichen: „Wir hoffen, dass wir so ein paar Leute in die Kirche locken können.“

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