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Museum für Moderne Kunst : Erfüllte Wünsche

Zum Jubiläum wird das Museum für Moderne Kunst Frankfurt beschenkt - mit Kunst.

          2 Min.

          Zu Frankfurt und zum Museum für Moderne Kunst (MMK) hat Wolfgang Tillmans eine besondere, positive Beziehung. Schon in den neunziger Jahren waren seine Arbeiten im Portikus zu sehen, als Professor an der Städelschule zeigte er im MMK auch eine Ausstellung mit Arbeiten seiner Studenten. Zum zwanzigjährigen Jubiläum des Hauses präsentiert er dort jetzt in der Ausstellung „20 Jahre Gegenwart“ seine „Frankfurter Installation 2011“ mit neuen Fotografien, die er auf seinen Reisen um die Welt gemacht hat.

          Katharina Deschka
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Ernst Max von Grunelius-Stiftung hat das MMK es zu verdanken, dass diese aus 42 groß- und kleinformatigen Aufnahmen bestehende Rauminstallation nun in den Besitz des Museums übergeht. „Mit dieser Arbeit von Wolfgang Tillmans ergänzen wir die Sammlung unseres Hauses um ein weiteres Highlight zeitgenössischer Fotografie“, freute sich MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer. Dem MMK werde ein langgehegter Wunsch erfüllt, die Arbeit dieses wichtigen Gegenwartskünstlers schließe nun endlich eine lange bestehende Lücke in der Sammlung.

          Ein weiteres Glanzstück in der Liste der Schenkungen sind die fast 50 Werkstücke von Charlotte Posenenske

          In seinem Jubiläumsjahr hat das Museum aber noch weitere Schenkungen erhalten: Der Berliner Sammler und frühere Galerist Paul Maenz überließ dem MMK das komplette Archiv des Frankfurter Künstlers Peter Roehr (1944-1968), zu dem Filme, Notizen, Briefe, Manuskripte und das Nachlassverzeichnis des Künstlers gehören. Außerdem stiftete Maenz dem MMK auch Mathieu Merciers Wandskulptur aus Leuchtstoffröhren mit dem Titel „Horloge de Fluos“ (2001).

          Ein weiteres Glanzstück in der Liste der Schenkungen sind die fast 50 Werkstücke von Charlotte Posenenske (1930-1985) aus dem Jahr 1967, die ihr einstiger Lebensgefährte und Nachlassverwalter Burkhard Brunn dem MMK überließ. Damit verfügt das Museum nun über eine der größten Werkgruppen der aus Wiesbaden stammenden Künstlerin. Schon der frühere Leiter des MMK, Jean-Christophe Ammann, habe ihre Vierkantrohre gekauft, als die Künstlerin längst vergessen war, berichtete Brunn. Doch erst seit Wolfgang Tillmans ihre Werke 2007 in seinem Londoner Ausstellungsraum Between Bridges vorstellte, sei sie richtig bekannt geworden.

          Noch ein Werk steht auf der Wunschliste

          Doch auch einige Künstler selbst haben das Haus zum zwanzigjährigen Bestehen mit Geschenken bedacht, wie Walter De Maria, dessen minimalistische Stahlskulptur „High Energy Bar“ von 1966 nun im Erdgeschoss des MMK zu sehen ist. Von Bernhard Johannes Blume gingen ein Textbild, Zeichnungen und Fotografien ans Museum, von Walter van Beirendonck ein Film. Der Galerist und Sammler Rolf Ricke schenkte dem Haus ein Lewis-Stein-Gemälde von 1970, die Vorstandmitglieder der „Freunde des MMK“, Gerwin Janke und Adrian Koerfer, ließen dem Museum die Kartoffeln aus Stahl des Künstlerpaars Driessens/Verstappen zukommen.

          Jetzt steht noch ein Werk auf dem Wunschzettel: Die Rauminstallation „Oil XV/Oil XVI“ von Isa Genzken, die auf einer Arbeit beruht, die Genzken für den Deutschen Pavillon der 52. Biennale von Venedig 2007 geschaffen hatte. Spenden dafür kann man im Internet unter www.mmk-frankfurt.de/freunde/spendenportal.

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