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Museen wieder geöffnet : Rückkehr in reale Räume

Im Städel: Edgar Degas, „Große Arabeske, dritte Position“ Bild: Ken Adland

Die Museen in der Rhein-Main-Region können jetzt wieder öffnen. Doch die Besucher müssen sich auf einige neue Regeln gefasst machen: Es gelten etwa Mundschutzpflicht, Mindestabstand, Einlassbegrenzungen und vorgegebene Rundgänge.

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          Das Museumserlebnis wird ein etwas anderes sein, aber es ist wieder möglich: Nach der sieben Wochen langen Schließung wegen der Corona-Pandemie können die hessischen Ausstellungshäuser jetzt ihre Pforten öffnen. In Frankfurt tun dies fast alle städtischen Museen schon am Dienstag. So ist im Museum Angewandte Kunst von sofort an die Ausstellung „Life doesn’t frighten me. Michelle Elie wears Comme des Garçons“ über die Liebe der Designerin und Model-Ikone zu dem japanischen Mode-Label zu sehen. Die Schau wäre normalerweise schon vom 4. April an zu besichtigen gewesen. „Gerade in Zeiten wie diesen kommt Kunst- und Kultureinrichtungen als Orten für kritische Reflexionen, für Widerständigkeit, für anderes, Neues, ein sinnliches Erleben und nicht zuletzt für Kontemplation eine große Bedeutung zu“, sagte Museumsdirektor Matthias Wagner K. „Die Öffnung kommt zur richtigen Zeit!“ Das Museum sei sich seiner Verantwortung bewusst, „wir sind mit Blick auf die Hygiene-und Schutzmaßnahmen bestens vorbereitet“. Dazu gehören Maskenpflicht und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln, Mindestabstände zwischen den Besuchern, eine vorgegebene „Einbahnstraße“ durch die Räume. Dies gilt auch für andere Häuser, die wieder Publikum einlassen. Maskenpflicht gilt überall. Das Deutsche Architekturmuseum verlängert seine Ausstellungen „Böhm 100: Der Beton-Dom von Neviges“ bis 27. September, „DAM Preis 2020 – Die 26 besten Bauten in/aus Deutschland“ bis 20. September und „Die Neue Heimat (1950–1982) – eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten“ bis 11. Oktober. Das Museum Judengasse ist von heute an für Einzelbesucher wieder zugänglich, das Historische Museum lässt von diesem Dienstag an Besucher in seinen Neubau. Das Museum für Moderne Kunst öffnet erst am 16. Mai wieder, die Vorbereitung der Retrospektive auf das Werk des karibischen Künstlers Frank Walter war wegen der Corona-Krise ins Stocken geraten.

          Im Museum Angewandte Kunst: Michelle Elie „Paris 2012“ Bilderstrecke
          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die nichtstädtischen Häuser lassen sich gleichermaßen noch etwas Zeit: Die Schirn Kunsthalle mit ihrer spektakulären Schau über surrealistische Künstlerinnen lässt vom 6. Mai an abermals Besucher ein, Liebieghaus und Städel Museum laden vom 9. Mai an unter veränderten Bedingungen in ihre Hallen. Die Ausstellung „En passant“ zum Thema der impressionistischen Plastik wird im Städel die Besucher anlocken, sie sollte ebenfalls schon viel früher eröffnet werden.

          Besuch auf Zeit

          Das Deutsche Filmmuseum wird am Donnerstag wieder öffnen – allerdings noch nicht sein Kino. Das Haus schließt sich dem Regelwerk der Stadt an, was die Mundschutzpflicht und Ähnliches angeht. Insgesamt können nur 20 Personen je Etage, insgesamt 60, gleichzeitig eingelassen werden. Die eigentlich abgelaufene Sonderausstellung „Maximilian Schell“ wird bis Ende Juni verlängert, von 7. August an soll dann „The Sound of Disney 1928–1967“ zu sehen sein. Das meistbesuchte Frankfurter Museum, das Senckenberg Naturmuseum, wird erst am 11. Mai wieder öffnen, nach denselben Regeln wie bei den städtischen Museen. Gruppenbesuche sind nicht erlaubt.

          Auch der Frankfurter Kunstverein hat seine Schau „How to Make a Paradise – Sehnsucht und Abhängigkeit in generierten Welten“ während der Schließungszeit fertig aufgebaut. Sie ist ab sofort zu erleben. Für einen umfassenden Schutz der Besucher werde mit strengen hygienischen Vorkehrungen gesorgt, sagt Kunstvereins-Leiterin Franziska Nori. Was sie aber im Moment viel mehr umtreibe, sei die Frage, wie sich die Krise mittel- und langfristig auf das Kultursystem auswirken werde: „Wir haben alle unsere Planungsmöglichkeiten verloren.“ Das Museum für Kommunikation ist vom 12. Mai an wieder betretbar und präsentiert seine bislang nur online eröffnete Ausstellung „Neuland“ – Besucher müssen einen „Time Slot“ wählen: Nur eine begrenzte Zahl von Interessierten wird zugelassen.

          In der Region ist man noch nicht ganz so weit. Das Museum Wiesbaden öffnet voraussichtlich am 12. Mai, das Landesmuseum in Darmstadt möglicherweise auch. Ob die noch bis zum nächsten Wochenende geschlossenen Häuser in Offenbach und Aschaffenburg dann wiedereröffnen, ist noch unklar. In Rüsselsheim wagt man sich derweil in kleinen Schritten zurück in die Normalität. Die Opelvillen sind im Mai jeweils an den Wochenenden und Feiertagen geöffnet und entbieten dann „Liebesgrüße aus Havanna“.

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