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„Zauberflöte“ in Frankfurt : Der alte Tamino schaut zurück

Zeitgenössisch: Danylo Matviienko als Papageno in gelbem Anzug und Michael Porter als Tamino in der Frankfurter Neuproduktion der „Zauberflöte“ Bild: Barbara Aumüller

Der Prinz Tamino ist der Protagonist. Dennoch bleibt er oft unterbelichtet. Das soll an der Oper Frankfurt nun anders werden, verrät Dirigent Steven Sloane. An diesem Samstag ist Premiere.

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          Konventionell sei die Neuproduktion von Mozarts „Zauberflöte“, die am 2. Oktober in der Oper Frankfurt Premiere hat, überhaupt nicht, sagt Steven Sloane. Wie der deutsch-amerikanische Dirigent verrät, der hier von 1988 bis 1992 Erster Kapellmeister war und nun als musikalischer Leiter für die erkrankte Julia Jones eingesprungen ist, werden das Bühnenbild von Andrew Lieberman „ziemlich sparsam“ und die Inszenierung von Ted Huffman ungewöhnlich auf die Figur des Tamino fokussiert sein. Der Prinz, der seine Geliebte Pamina aus dem Palast Sarastros befreien will und so mit ihr das Protagonisten-Paar bildet, erscheine in anderen Produktionen oft als „Underdog“. Zwar habe Mozart für ihn eine großartige Tenorpartie komponiert, dennoch trete der ernste Tamino gegenüber der Komik von Papageno und dem „Feuerwerk an Virtuosität“ der Königin der Nacht oft in den Hintergrund.

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach der Idee des amerikanischen Regisseurs, der in Frankfurt 2017 im Bockenheimer Depot mit großem Erfolg Händels „Rinaldo“ inszeniert hat und in dieser Saison auch noch Händels „Orlando“ auf die Frankfurter Bühne bringt, wird die Geschichte wie in einer großen Rückblende als Traum Taminos erzählt. Dazu ist der erst als alter und dementer Mann zu sehen. Manches werde in Huffmans Inszenierung sehr konkret dargestellt sein, anderes abstrakt, mit einer Ambivalenz auf psychologische und sublime Aspekte gerichtet, sagt Sloane.

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