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Malerin Monika Romstein : Geschichten vom Baseler Platz

  • -Aktualisiert am

Rätselhaftes für die Betrachter: die Malerin Monika Romstein in ihrem Atelier in Frankfurt Bild: Frank Röth

Ihre Aquarelle entstehen aus Alltagsbeobachtungen, und dabei entsteht manchmal ein magischer Moment. Ein Besuch im Atelier der Frankfurter Malerin Monika Romstein.

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          Die Figur macht einen kauzigen Eindruck. In einer kahlen, gräulich-winterlichen Waldlandschaft fixiert ein bärtiger, altmodisch gekleideter Mann – grünes Hemd, geflickte Karohose mit Hosenträgern – ein Stück Stoff, das er in den Händen hält, mit starrem Blick. Hinter der Figur hängen auf einer Leine Kleidungsstücke, während zwei Vögel sich über das Geschehen auszutauschen scheinen. Trauert der Mann um jemanden? Hat er das Textil erst kürzlich entdeckt? Oder wäscht er es bloß in dem schmutzgrün vorbeifließenden Bach?

          Monika Romsteins 2018 entstandenes Gemälde „Im Tal der Enttäuschung“ mutet auf den ersten Blick erzählerisch an – und doch gibt es dem Betrachter Rätsel auf. Entstammt die stilisierte, mit flottem Pinselstrich auf die Leinwand gebannte Figur etwa einem Cartoon? Tatsächlich ist der Bildtitel einer Ausgabe der DDR-Comiczeitschrift „Mosaik“ aus den Siebzigerjahren entliehen. „Ich habe eine Zeit lang mit Figuren aus dem Comic gearbeitet“, sagt Monika Romstein. „Im Comic gibt es ganz viel Subversives.“ Dass der Rückgriff auf solche Figuren in der Malerei auch Risiken birgt, weiß Romstein: Das habe etwa der amerikanische Künstler Philip Guston deutlich zu spüren bekommen.

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