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Gianna Nannini : „Meine Stimme ist ein Geschenk“

Auch mit über 60 noch Rocker: Gianna Nannini Bild: Picture-Alliance

Mag sie auch 63 Jahre alt sein, sie lässt vom Rocken nicht ab: Gianna Nannini kommt in die Alte Oper nach Frankfurt. Was die Fans erwarten dürfen, sagt sie im Interview.

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          Gianna Nannini muss erst noch einmal Luft holen, als sie den Anruf entgegennimmt. Sie ist gerade erst einem Schwimmbad in London entstiegen, in dem sie fleißig ihre Runden absolvierte. „Ich treibe viel Sport“, erzählt die italienische Sängerin, die sich für ihre aktuelle Tournee fit hält, bei der sie ihr jüngstes Album „Amore Gigante“ vorstellt. 63 Jahre alt ist die in Siena geborene Musikern mittlerweile, doch ihre Stimme klingt so markant wie eh und je. „Meine Stimme ist ein Geschenk“, sagt sie und lacht: „Ich musste aber in meinem Leben auch viel schreien.“

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach zwei Kompilationen mit alten Hits ist „Amore Gigante“ das erste Studioalbum seit vier Jahren, Zeit, die Nannini brauchte, um die neuen Lieder zu schreiben. „Ich schreibe, wenn ich das Gefühl dafür habe“, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Das könne durchaus auch einmal mitten in der Nacht sein, wenn ihr eine Melodie einfalle, die sie dann auf ihren Tablet-Computer singe.

          „Ich mag den Vibe dort“

          In London, wo sie seit vergangenem Jahr mit ihrer Lebensgefährtin und ihrer mittlerweile sieben Jahre alten Tochter lebt, hat sie sich ein Heimstudio eingerichtet, um ihre Kompositionen gleich aufnehmen zu können. Einige neue Songs hat sie allerdings in Los Angeles aufgenommen. „Ich mag den Vibe dort“, sagt sie, die ihren musikalischen Durchbruch bezeichnenderweise mit einem Album hatte, das den Titel „California“ trug. 1979 war das. Mit dieser Aufnahme hatte sie ein Jahr später auch Erfolg in Deutschland, wo man auf die Frau mit der Reibeisenstimme nicht nur ihrer radiotauglichen Hits wie „Latin Lover“ oder „Bello e impossibile“ wegen große Stücke hielt, sondern auch experimentellere Aufnahmen wertschätzte, die sie mit Musikern wie dem früheren Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit einspielte.

          An diese Zeiten erinnert sich Nannini gern, wie sie sich überhaupt stets offen für alle möglichen Konstellationen gezeigt hat, sei es nun eine Zusammenarbeit mit Sting und Jack Bruce bei einer Inszenierung der „Dreigroschenoper“ in Hamburg, seien es Duette mit Andrea Bocelli, Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) oder dem italienischen Rapper Fabri Fibra. Musiker, die sie bei solchen Ausflügen in andere Genres kennengelernt hat, finden sich auch in ihrer Band: „Deutsche und Italiener. Experimentelle Leute“, wie sie sagt. Doch experimentelle Klänge wird es auf ihrer Deutschlandtournee im März nicht zu hören geben. „Wir wollen rocken“, verspricht Nannini, gerade in der von ihr sehr geschätzten Alten Oper Frankfurt: „Da machen wir Revolution!“

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