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Ausstellung im Städel : Max Beckmann und das Welttheater am Main

  • -Aktualisiert am

Max Beckmann (1884–1950), Eisgang, 1923, Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins sowie der Bundesrepublik Deutschland Bild: Foto Städel Museum – U. Edelmann

Das Städel hat wieder geöffnet. Es zeigt mit „Städels Beckmann/Beckmanns Städel“ eine Schau mit grandiosen Werken und kulturhistorischen Einblicken vor allem in Beckmanns Frankfurter Jahre.

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          Im Werk keines anderen Künstlers von Rang spiegelt sich die Stadt Frankfurt derart prominent wider wie im Œuvre Max Beckmanns. Der Künstler hat den Main mit dem Eisernen Steg, den Hauptbahnhof, die Synagoge am Börneplatz, Häuserfluchten und Straßenansichten, das Innere von Cafés und Wohnungen befreundeter Männer und Frauen gemalt. Von denen er Porträts schuf, die nicht immer schmeichelhaft waren, aber ebenso wie viele seiner anderen Arbeiten eine eigentümliche Balance zwischen bürgerlicher Eleganz und einer mit den Zeitläuften sichtbar gewordenen Brüchigkeit halten.

          Die Welt ist aus den Fugen geraten, es war aber vielleicht immer schon eine Illusion, wenn die Menschen sie als einen im Prinzip vollkommenen Ort imaginierten. Wo sie doch nichts anderes ist als eine große Bühne, auf der alle Theater spielen, sich als Selbstdarsteller üben, obwohl es knirscht im Gebälk und die ganze Szenerie jederzeit einzustürzen droht. Wie die schiefen Gebäude auf dem Bild von 1919 mit dem jüdischen Gotteshaus, den angrenzenden Häusern und recht klein den drei nach Hause schwankenden Freunden Beckmann, Ugi und Friedel Battenberg, die offenbar von einer Fastnachtsveranstaltung kommen.

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