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Hessischer Filmpreis : Sieg für „Le Prince“, Ehre für Schlöndorff

  • Aktualisiert am

Gewinner des Abends: „Le Prince“ ist als bester Spielfilm mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Bild: Port au Prince Pictures

„Le Prince“ ist als bester Spielfilm mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat den Ehrenpreis an den Oscarpreisträger Volker Schlöndorff vergeben.

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          Lisa Bierwirths Debüt „Le Prince“ ist als bester Spielfilm mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Nach einer digitalen Veranstaltung im Vorjahr ist der 32. Hessische Film- und Kinopreis in einer Hybridgala verliehen worden, rund 350 Gäste konnte bei der 2G-Veranstaltung im Offenbacher Capitol teilnehmen. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat den Ehrenpreis, den er selbst auswählt, an den Oscarpreisträger und gebürtigen Wiesbadener Volker Schlöndorff vergeben.

          „Neben seinem herausragenden künstlerischen Schaffen würdige ich mit der Verleihung des Ehrenpreises auch einen großen intellektuellen Geist in unserem Land, der so leidenschaftlich die Belange der Filmkultur vertritt. Volker Schlöndorff ist seinem Geburtsland Hessen besonders verbunden, das zeigt sich auch dadurch, dass sich sein künstlerischer Vorlass im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt am Main befindet. Darauf sind wir in Hessen außerordentlich stolz“, so Bouffier.

          Moderiert von Bärbel Schäfer und Rainer Ewerrien war die Show auch digital zu erleben, in der die undotierten Hessischen Fernsehpreise für die besten Darsteller an Britta Hammelstein für „Heute stirbt hier Kainer“ und an Jens Harzer für „Ruhe! Hier stirbt Lothar“ gingen.

          Ist seinem Geburtsland Hessen besonders verbunden: Regisseur und Oscarpreisträger Volker Schlöndorff
          Ist seinem Geburtsland Hessen besonders verbunden: Regisseur und Oscarpreisträger Volker Schlöndorff : Bild: dpa

          Lisa Bierwirth erhielt für ihren Film über eine interkulturelle Liebe zwischen einem kongolesischen Einwanderer und einer Frankfurter Kunstkuratorin, der soeben in die Kinos kam, 20.000 Euro Preisgeld. Neben ihr waren „Youth Topia“ von Dennis Stormer und „Borga“ von York-Fabian Raabe nominiert, die wie sie je 4000 Euro Nominierungsgeld erhalten.

          Bester Dokumentarfilm ist in diesem Jahr „The Other Side of the River“ von Antonia Kilian, ein Film über das Ringen von Frauen um ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes Leben in der syrischen Kultur. Nominiert waren außerdem „Courage“ von Aliaksei Paluyan und „Herr Bachmann und seine Klasse“ von Maria Speth. Kilian erhält ebenfalls 20.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4000 Euro Nominierungsgeld.

          „Wir haben eines der härtesten Jahre hinter uns“

          Den mit 7500 Euro dotierten Newcomerpris vergab Kunstministerin Angela Dorn (Die Grünen) an den in Kassel lebenden belarussischen Regisseur Aliaksei Paluyan. Sein Film „Courage“ über die Proteste in Belarus, der zur Berlinale 2021 eingeladen war, gehöre „ zu den mutigsten Filmen, die dort gezeigt wurden“, so Dorn. „Wir haben eines der härtesten Jahre für die Filmbranche hinter uns, aber wir haben in der Pandemie auch gesehen, wie wichtig die Geschichten und die Bilder sind, die Filme uns vermitteln“, sagte Dorn, die die Ehrungen übergab.

          Den Preis für den besten Kurzfilm, dotiert mit 4000 Euro, hat „Der Lokführer“ von Zuniel Kim und Christian Wittmoser bekommen, nominiert war auch die Schauspielerin Anke Sevenich mit ihrem Debütfilm „Klabautermann“. Ein Drehbuchpreis konnte in diesem Jahr aus Sicht der Jury nicht vergeben oder nominiert werden, die vorgesehenen 10 000 Euro Preis- und Nominierungsgeld sind als Weiterentwicklungsprämie an drei Projekte und ihre Autoren vergeben worden: „Radioturm“ von Julien Prevost und Frank Himmel, „Mixtape“ von Tom Winter und „Tal der Könige“ von Tim Ellrich.

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          Den Hochschulfilmpreis hat die „Kafka-Konferenz“ von Tobias Sauer von der Kunsthochschule Kassel samt 7000 Euro Preisgeld erhalten, nominiert waren außerdem „First Work, Then Play“ von Brenda Lien und „Fuchskind“ von Jan Capar. Die Kinopreise an gewerbliche und kommunale Kinos sowie Kinoinitiativen für ein herausragendes kulturelles Engagement wurden, da Kinos pandemiebedingt keinen normalen Spielbetrieb aufnehmen konnten, an alle Kinos vergeben, die schon in den drei Vorjahren mit dem Preis ausgezeichnet worden sind. Insgesamt 29.900 Euro gingen an Kommunale Kinos, an gewerbliche Programmkinos 120.400 Euro.

          Alle Preisträger sind nachzulesen unter hessischerfilmpreis.de. Zahlreiche hessische Kinos zeigen noch bis Mitte November Preisträgerfilme und Nominierte, darunter am 23.Oktober um 17.30 Uhr das Caligari Wiesbaden „The Other Side Of The River“, und um 20 Uhr „Le Prince“, „Der Lokführer“ und „Le Prince“ laufen am 24. Oktober von 15 Uhr an im Cinema Frankfurt, am 24. Oktobr um 20 Uhr ist „Herr Bachmann und seine Klasse“ im Filmforum Höchst zu sehen, der am 5. November um 20 Uhr auch im Kommunale Kino Weiterstadt läuft. Ebenfalls in Weiterstadt ist am 6. November um 21 Uhr „Borga“ zu sehen.

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