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Zukunft der Frankfurter Bühnen : Als kaum jemand an der Moderne zweifelte

Der Frankfurter Theaterhimmel: Zoltán Keménys Wolken im 125 Meter langen und zwölf Meter hohen Foyer der Städtischen Bühnen Bild: Kien Hoang Le

Die Diskussion über die Zukunft der Frankfurter Bühnen hat auch den Blick auf die „Wolken“ von Zoltán Kemény gelenkt. Sollen sie wirklich auch künftig das Theater bildkünstlerisch kommentieren?

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          Die Abrissgegner haben einen entscheidenden Etappensieg errungen. Sie haben nun allen Grund, etwas weniger verbissen aufzutreten als noch vor einem Jahr, als sie es an Schärfe nicht fehlen ließen: Heftig bis polemisch kritisierten sie den Beschluss der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, die Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz zu schleifen, und wie die Entscheidung zustande gekommen war. Vor einigen Wochen stellte das Landesdenkmalamt das Foyer der Städtischen Bühnen mitsamt der „Wolken“ des ungarisch-schweizerischen Künstlers Zoltán Kemény unter Schutz. Daran hatte die Initiative für den Erhalt des 1963 eröffneten Schauspiel- und Opernbaus einen wesentlichen Anteil. Nicht nur deren führender Kopf Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie der Universität Kassel, sondern zahlreiche namhafte Unterstützer setzten sich für die vom Büro ABB Architekten entworfene Theaterdoppelanlage ein. Ihre unermüdliche Lobby- und Aufklärungsarbeit trugen Früchte: Der Denkmalwert des „Wolkenfoyers“ wurde festgestellt.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun gilt es, diesen Teil der Architektur zu bewahren. Nach einer langen Prüfphase hatte die Stadt zwar eine Sanierung des Hauses verworfen, weil sie im Vergleich mit einem oder selbst zwei Neubauten ökonomisch nicht zu verantworten wäre. Aber bei einer Neubaulösung muss nun das Gesamtkunstwerk aus Skulptur und durchlässiger Fassade integriert werden, sofern dies wirtschaftlich zumutbar ist. Dafür gibt es in Frankfurt Beispiele. In den Gebäudekomplex der Europäischen Zentralbank etwa wurden Elemente der Großmarkthalle von Martin Elsaesser miteinbezogen. Und auch die Erinnerung an die Oberfinanzdirektion des Architekten Hans Köhler blieb in Form des „Präsidialbaus“ bei der Errichtung der Frankfurt School of Finance and Management erhalten. Aber kann etwas Ähnliches im Fall der Städtischen Bühnen funktionieren? Die „Wolken“ sind ein monumentales Werk, das auch jeden Neubau dominieren würde. Und falls Schauspiel und Oper, wie Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig es plant, zwei unterschiedliche Standorte bekämen, stellte sich die Frage, wo die zusammengeschweißten, goldschimmernden, seriellen Objekte, die zusammen den Frankfurter Theaterhimmel bilden, künftig ihr Domizil haben. Eine Teilung kommt nicht in Betracht.

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