https://www.faz.net/-gzg-u9qa

Kulturfestival : Der Zukunft zugewandt

Bei „Africa Alive”: Der tansanisch-kenianische Karikaturist GADO zeigt seine Arbeiten im Filmmuseum Bild: GADO/Africa Alive

Zum 13. Mal eröffnet das Festival „Africa Alive“ in Frankfurt: Filme thematisieren die Konflikte des Kontinents, in Podiumsdiskussion werden mögliche Lösungen erörtert.

          2 Min.

          Was wäre, wenn man die Weltbank verklagen könnte? Der afrikanische Regisseur Abderrahmane Sissako hat anlässlich der Premiere seines Films „Bamako“ gesagt, ein afrikanischer Filmemacher werde immer zu einer Art politischem Sprachrohr. Zumindest ist das, nach zwei eher persönlich geprägten Filmen, in „Bamako“ so, der im vergangenen Mai beim Filmfestival in Cannes gezeigt wurde.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In „Bamako“ lässt Sissako in einem Hof der Hauptstadt von Mali einen fiktiven Prozess gegen die Weltbank, die G 8 und andere Organisationen der internationalen Gemeinschaft spielen. Es geht um die täglichen Opfer der afrikanischen Misere von Verschuldung und Arbeitslosigkeit - aber auch das Alltagsleben und die ungeheure Schönheit des Kontinents. „Bamako“ wird am 19. Januar um 20 Uhr das diesjährige Filmfestival „Africa Alive“ eröffnen. Klaus-Peter Roth, Leiter des Filmforums Höchst, spricht von einem filmästhetischen Genuss. Auch Sissakos „Heremakono“ (am selben Tag um 18.30 Uhr im Filmforum Höchst) und „Rostov - Luanda“ (am 31. Januar im Filmmuseum) werden gezeigt.

          Krisen und Kriege

          Roth ist einer der Organisatoren von „Africa Alive“ und mit Natascha Gikas vom Deutschen Filminstitut/Filmmuseum für das Filmprogramm zuständig, das mit rund 20 aktuellen Beiträgen wie stets den Schwerpunkt bildet. Neben Filmen, die auch auf europäischen Festivals liefen wie Oscar-Gewinner „Tsotsi“ aus Südafrika (am 19. und 23. Januar im Filmforum, am 24. und 27. Januar im Filmmuseum) oder Raoul Pecks „Sometimes in April“, der den Völkermord in Ruanda thematisiert (am 28. Januar im Filmmuseum), sind jüngste Produktionen wie die Vorpremiere des Dokumentarfilms „Sisters in Law“ über zwei Juristinnen in Kamerun (am 29. Januar im Filmmuseum) und vor allem Filme wie „All about Darfur“ (am 25. Januar im Filmmuseum), den Taghred Elsanhouri zwar schon 2005 gedreht hat, zu sehen - doch die Hintergründe der Konflikte des Landes zu beleuchten ist nach wie vor eine diffizile und notwendige Aufgabe.

          Überhaupt sind es die Konflikte Afrikas, die einen Schwerpunkt des Filmprogramms darstellen. Allerdings geht es dem Team in diesem Jahr mehr um jene Länder, die nach Krisen und Kriegen mittlerweile in friedlicheres Fahrwasser geraten sind - oder sich darum bemühen. Dort machen die Veranstalter eine neue Hoffnung und Zukunftserwartung aus. Deshalb lautet das Motto „Angekommen in der Zukunft?“, eine Fortführung des Festivalthemas 2006, als unter anderem eine Geschichtsklitterung der ehemaligen Kolonialherren beargwöhnt wurde.

          Ausstellung und Schulprogramm

          Über die afrikanische Zukunft werden bei der Podiumsdiskussion am 21. Januar um 16 Uhr neben dem neuen Frankfurter Integrationsdezernenten Jean-Claude Diallo die senegalesische Schriftstellerin Ken Bugul, die am 24. Januar auch aus ihrem Roman „La piece d'or“ („Das Goldstück“) lesen wird, und der tansanisch-kenianische Karikaturist Gado diskutieren. Noch vor dem ersten Film wird er am 19. Januar um 18.30 Uhr seine Ausstellung „Democrazy“ im Filmmuseum eröffnen.

          Gado und Bugul sind auch an dem Schul- und Hochschulprogramm beteiligt, das „Africa Alive“ zum siebten Mal anbietet - diesmal finanziert von der Hessischen Zentrale für politische Bildung. Obgleich das Festival in diesem Jahr etwas straffer ausfällt, gibt es im Internationalen Theater einen Abend mit Sketchen und Musik und zum Abschluss des Festivals, am 4. Februar, wieder ein afrikanisches Kinderfest. Am Vorabend spielt die Gitarristin und Sängerin Manou Gallo in der Brotfabrik.

          Weitere Themen

          Kampf mit Messern, Fäusten und Stöcken

          Landgericht Hanau : Kampf mit Messern, Fäusten und Stöcken

          Eine Messerstecherei im April in Hanau endete für etliche der Beteiligten mit lebensgefährlichen Verletzungen. Am Freitag machte eine Litauerin als erste Zeugin in der Verhandlung vor dem Landgericht Hanau ihre Aussage.

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.