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Kulturelle Förderung : Wo setzt man Prioritäten?

Die hessische Kunstministerin will einen „Masterplan“ für die zukünftige Förderung der Kultur, es stehen Generationswechsel an. (Symbolbild) Bild: Picture-Alliance

Der Frankfurter Magistrat hat sich auf einen Haushalt verständigt, der erst mal ein positives Signal für freischaffende Künstler ist. In den Köpfen aber sind viele Bilder gleich geblieben.

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          Die Freie Szene sei enorm wichtig, für die Stadt, ihre Stadtviertel, den sozialen Zusammenhalt, hatte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) vor ein paar Wochen gesagt. Da hatten ihr die Vertreter von freien Theatern, bildende Künstler, Filmschaffende gerade ein Konvolut mit Forderungen überreicht. Allgemeiner Tenor: Das Geld reicht nicht.

          Nun hat der Frankfurter Magistrat sich auf einen Haushalt verständigt, der trotz der Krise im Wesentlichen fortschreibt, was 2020 war – ohne Zuwendungen und Zuschüsse zu kürzen. Für die freischaffenden Künstler und Kultureinrichtungen der Stadt ist das erst mal ein positives Signal. Einen Brief der Dezernentin an die „Zuschussempfänger“ gab es noch am selben Tag hinterher. Mit Lob und Dank für Kreativität und Mut in der Krise. Mit der Feststellung, die Stadt werde priorisieren müssen. Und mit dem Versprechen, sich für Erhöhungen für Projekte und einzelne Einrichtungen 2022 einzusetzen.

          Davor steht eine Kommunalwahl, aber egal, wie die ausgehen mag, die Fragen bleiben. Wo setzt man Prioritäten? Sollten sie aus einer Konfrontation von „fest“ gegen „frei“, „E“ gegen „U“ hervorgehen? Wie viel wirtschaftliches Denken ist von Kunsteinrichtungen zu erwarten, wie viel ist ihnen zuzumuten und wie kann die Freiheit gestaltet werden, damit nicht nur noch Mainstream angeboten werden kann? Es hat sich sehr viel geändert, seit vor bald 50 Jahren die ersten freien Theatergruppen sich von den Stadttheatern abgrenzten.

          In den Köpfen aber sind viele Bilder gleich geblieben. Die von den armen, aber freien und glücklichen Künstlern. Die von den Geldgebern, denen man immer eine Null mehr in den Antrag schreiben muss, um überhaupt ein Almosen zu bekommen. Schlachthof-Mitbegründer Gerhard Schulz fordert eine ehrliche Debatte. Die hessische Kunstministerin will einen „Masterplan“, es stehen Generationswechsel an. Zeit, die Zukunft in den Blick zu nehmen.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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