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Kulturbetrieb : Der analoge Herbst

Mit Abstands- und Hygieneregeln: Der Sommerbau in Offenbach Bild: Jörg Baumann

Der Begriff „Hybrid“ hat in der Pandemie eine ganz neue Bedeutung angenommen. Der Kulturbetrieb setzt auf ausgefuchste Raumkonzepte. In diesem Herbst kommt nun die analoge Umstellung.

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          Unter „Hybrid“ haben wir vor der Pandemie, wenn überhaupt, nur irgendwas mit Pflanzen oder Tieren verstanden. Die Edelrosen und Maultiere der Kultur sind jetzt Lesungen, Diskussionen, Performances vor wenig Saal- und erhofft viel Streaming-Publikum. Die einen machen 2-G und freuen sich über Nähe, die anderen beschließen, künftig digital und analog zugleich zu sein: Wir leben in einer hybriden Zeit oder in einer Zeit der Hybridkultur. „Wird’s besser? Wird’s schlimmer?“ – die Frage von Erich Kästner ist am Herbstanfang nun wirklich nicht zu beantworten. Kriechen wir zurück vor die Bildschirme? Husten wir wieder ins Geigensolo? Bleiben wir dazwischen?

          Hybrid scheint eine prima Lösung, jedenfalls für Diskussionen, Vorträge, interaktive Formate im Kulturbetrieb. Dass plötzlich so viele, auch international, mithören und mitreden können, ist ein echter Gewinn. Die Münzen einer auch nur halben digitalen Wertschätzung aber würden diejenigen, die von der Aura des Lebendigen ausgehen, lieber heute als morgen zurückzahlen. Und statt auf hybrid wieder auf analog umsteigen.

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