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„The Hives“ : Die besten Heizdecken der Welt

  • Aktualisiert am

Nach eigener Aussage „die beste Band der Welt”: „The Hives” Bild: AFP

Die „Hives“ würden gern die ganze Nacht spielen, doch das sei aus gesundheitlichen Gründen verboten. Sonst könnten Menschen zu Schaden kommen: „The Hives“ spielen im „Schlachthof“, und Wiesbaden ist bereit.

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          „Bis du fertig, Wiesbaden? Bist du fertig, Rock ’n’ Roll zu machen mit ,The Hives‘?“ Was für eine Frage. Selbstverständlich war das Publikum im proppenvollen Schlachthof „ready“, sich den zündenden Sixties-Garagen-Punk-’n’-Roll der „Hives“ um die Ohren hauen zu lassen. Da hätte es der in drolligem Deutsch vorgetragenen Fragen des Sängers Pelle Almqvist gar nicht bedurft. Ohne diese Ansagen würde den Konzerten des schwedischen Quintetts aber ein entscheidendes Ritual fehlen.

          Den ganz und gar unbescheidenen Hinweisen Howlin’ Pelles, hier nichts weniger als der besten Band des Planeten zu lauschen, ist man nämlich nach der dreißigsten Wiederholung uneingeschränkt bereit, Glauben zu schenken. Dank seines Plappertalents könnte Almqvist wahrscheinlich dem ganzen Saal Heizdecken mit „Hives“-Schriftzug andrehen, doch dient die Dampfplauderei wohl in erster Linie der Selbstmotivation.

          Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk

          Der Glaube an die eigene Größe lässt die „Hives“ noch durch das tausendste Konzert brettern, selbst wenn die Band musikalisch auf der Stelle tritt. Vielleicht ist es ein Problem, dass die Schweden ihr bestes Lied schon längst geschrieben haben. „Hate To Say I Told You So“, in Wiesbaden als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk angekündigt, hat schon Klassikerstatus und ist einfach nicht zu übertreffen. So zwingend waren die „Hives“ nie wieder, auch wenn sie sonst noch jede Menge Stimmungs-Hits auf Lager haben.

          Auf dem vor wenigen Wochen veröffentlichten „The Black And White Album“ hingegen geben sich die „Hives“ für ihre Verhältnisse richtiggehend experimentell und arbeiteten sogar mit dem R&B-Produzenten Pharrell Williams zusammen, der ihnen etwas weißen Funk verordnete. Dem neuen Pop-Braten scheinen die scheinen die „Hives“ allerdings noch nicht so richtig zu trauen.

          Im Wiesbadener „Schlachthof“ setzte die Band jedenfalls auch bei neuen Songs wie dem atemlosen „You Got It All Wrong“, dem knalligen „Tick Tick Boom“ oder dem hymnischen „You Dress Up For Armageddon“ auf die übliche Hochgeschwindigkeitsvariante, die, wie Almqvist nach einer knappen Stunde treuherzig versicherte, auch ihre Tücken hat. Zwar würden die „Hives“ gern die ganze Nacht spielen, doch sei es in der ganzen Welt aus gesundheitlichen Gründen verboten, dass die Band länger als anderthalb Stunden auftrete. Sonst könnten Menschen zu Schaden kommen. Drei Zugaben waren ihr immerhin noch abzuringen, nach denen sich auch Almqvists mantrahaft vorgetragene Frage „Bist du fertig?“ erübrigte. Wiesbaden war fertig. Fix und fertig.

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