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Musikmesse in Frankfurt : Der Zweiklang von Frankfurt

Jungunternehmer mit Mitte 50: Darryl Jones, Bassist der Rolling Stones, zeigt seine erste und brandneue Kollektion in Halle 9 Bild: Bergmann, Wonge

Die Frankfurter Musikmesse gilt nach wie vor als wichtiger Ort für alle, die Instrumente verkaufen wollen. Denn vielen Anbietern ist trotz der voranschreitenden Digitalisierung der persönliche Kontakt zu ihren Kunden wichtig. Ein Kommentar

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          Das Lob kommt aus berufenem Mund. Die Frankfurter Musikmesse sei großartig und ein wichtiger Ort für alle, die Instrumente verkaufen wollen. Das sagt Darryl Jones, seit fast einem Vierteljahrhundert Bassist der Rolling Stones und neuerdings auch Designer von Gitarren und E-Bässen mit eigenem Unternehmen. Der Amerikaner Jones, der auch schon mit Größen wie Miles Davis und Sting gespielt hat, könnte dank seiner Kontakte vermutlich auf einen Messestand im alten Europa verzichten, doch wählt er diesen Weg der Kontaktaufnahme mit möglichen Kunden.

          Der persönliche Kontakt ist auch vielen anderen Instrumenten- und Musikequipment-Herstellern wichtig, die der Messe die Treue halten, obwohl die fortschreitende Digitalisierung vielfältige neue Präsentations- und auch Vertriebswege bietet.

          Die Messe Frankfurt hat es verstanden, die Veränderungen, die die Digitalisierung auch für den Musikmarkt bedeutet, sehr stimmig zu integrieren, indem sie die Produktschauen Musikmesse und Prolight and Sound miteinander kombiniert. Hier ist die traditionelle Welt des Instrumentenbaus in all ihrer analogen Faszination zu bewundern, aber auch die Zukunft der Studio- und Entertainmentwelt.

          Die Zukunft in Gestalt all derer, die diese Instrumente erlernen und spielen oder das Studio- oder Bühnenlicht-Equipment bedienen wollen und sollen, hat die Messe ebenfalls im Blick. Sie bietet Meisterklassen und Workshops, Songwriting-Wettbewerbe und in diesem Jahr erstmals auch internationale „Showcases“, um jungen Künstlern und Bands aus verschiedenen europäischen Ländern eine Auftrittsmöglichkeit und eine Plattform für Kontakte zu verschaffen.

          Hier sollte nicht nur die Messe ihr Engagement noch verstärken, sondern es sollten sich auch ortsansässige Konzertveranstalter, Clubbetreiber und die Stadt als Förderer betätigen. Man muss nicht gleich das Reeperbahnfestival in Hamburg oder das Eurosonic in Groningen kopieren, doch lockt solch eine Initiative ein Publikum, zu dem vielleicht der Darryl Jones von morgen gehört.

          Christian Riethmüller
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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