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„Theater der Welt“ am Main : Taten statt Worte

Planer: Mousonturm-Leiter Matthias Pees ist der Vorsitzende des Konzeptteams „Theater der Welt“ in Frankfurt Bild: Helmut Fricke

Die gemeinsame Bewerbung von Frankfurt und Offenbach sowie von gleich drei Kulturhäusern für „Theater der Welt“ hat sich im Wettbewerb durchgesetzt. Das ist nicht nur höchst attraktiv. Es ist ein Vertrauensbeweis.

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          Die Konkurrenz scheint hart gewesen zu sein um das Festival „Theater der Welt“. Nun haben Frankfurt und Offenbach den Zuschlag – und das Publikum, nicht nur der beiden Städte, sondern gleich der internationalen Theaterwelt, hat ein Versprechen: dass es nicht den üblichen Zirkus geben wird, der für ein paar Tage ein- und dann wieder abzieht. Kein Ufo, das nur kurz landet und folgenlos entschwebt, soll das Theaterfestival sein, versprechen die drei Intendanten für 2023. Sie plädieren für Nachhaltigkeit, in jeder Hinsicht.

          Dass die gemeinsame Bewerbung von zwei Städten und von gleich drei Kulturhäusern, die erste Verbindung von einem Museum, einem freien Produktionshaus und einem Theater, sich im Wettbewerb durchgesetzt hat, ist nicht nur höchst attraktiv. Es ist ein Vertrauensbeweis, der auch viel mit der aktuellen Lage zu tun hat. Und mit dem Versprechen, das im Konzept des künftigen Festivals steht.

          Isolation in der Corona-Zeit

          Die Kunstlandschaft liegt am Boden, weil sie in der Corona-Pandemie als Erste schließen musste und noch lange nicht wieder loslegen kann. Nach den Terroranschlägen der jüngsten Zeit und durch die Isolation in der Corona-Zeit treten gesellschaftliche Brüche deutlicher zutage als in vielen Jahren zuvor. Geredet worden ist oft über mangelnde Teilhabe, gesellschaftliche Spaltung, bedrohte Demokratie, gerade in der Kultur. Hier und da tut sich etwas. Aber dass mehr und entschiedener gehandelt werden muss, so, dass sich Strukturen dauerhaft ändern, liegt auf der Hand: Im Licht der derzeitigen Krise werden die Brüche schmerzlich sichtbar.

          Kann da Theater etwas ausrichten? Dass Kunst gesellschaftlichen Wandel nicht nur beschreibt, sondern auch betreiben kann, ist ein Credo, das sich durch die europäische Kulturgeschichte zieht. Nun sollen Frankfurt und Offenbach, in regionalen Witzen das ungleiche Geschwisterpaar, vor allem aber die Offenbacher und die Frankfurter selbst gefragt sein. Statt nur einfach hochkarätige Inszenierungen aus aller Welt einzufliegen und zu kommissionieren, sollen die unterschiedlichsten Personenkreise beteiligt werden: Das ist ein Ansatz, den es einzulösen gilt. Dass beide Städte, in denen sich die Globalisierung abbildet wie sonst kaum irgendwo in Deutschland, mit allen Perspektiven, die das mit sich bringt, dafür geeignet sind, liegt auf der Hand. Bleibt zu hoffen, dass das „Theater der Welt“ wirklich dazu führt, einer ganzen Region die Welt vor der eigenen Haustür näherzubringen. Es wäre eine großartige Sache.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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