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Falsch erwischt : Haftbefehl sollte von Bismarck lernen

Liegt in einer Darmstädter Klinik: der Rapper Haftbefehl aus Offenbach Bild: dpa

Der Offenbacher Rapper Haftbefehl soll sich aus Versehen ins Bein geschossen haben. Das kann bei Gangsterspielen schon mal passieren. Er sollte sich ein Beispiel nehmen an jenem Mann, der für Haftbefehl auf einem Straßenschild in Offenbach weichen soll.

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          Es ist nicht offiziell bestätigt, dass ein mit einer Schussverletzung am Bein im Klinikum Darmstadt liegender Patient tatsächlich der Offenbacher Rapper Aykut Anhan ist, besser bekannt unter dem Nom de guerre Haftbefehl. Der Verletzte verhalte sich äußerst unkooperativ, er ist also nicht nur im Wortsinne auf dem falschen Fuß erwischt worden. Trotzdem ist die Häme natürlich nicht weit, soll doch Haftbefehl nicht etwa bei einem heldenhaften Shootout nach einem zünftigen Beef mit anderen bösen Rappern im Frankfurter Bahnhofsviertel von einer heimtückischen Kugel niedergestreckt worden sein, sondern sich selbst, nun ja, gefickt, sprich ins Bein geschossen haben.

          Das kann beim Gangsterspielen schon einmal passieren, vor allem, wenn die Wumme eine echte und keine Wasserspritzpistole ist. Und falls Haftbefehl milieugerecht mit einer Glock hantiert haben sollte, darf er von Glück sprechen, dass er sich mit selbiger nicht die Glocke weggeballert hat. Vielleicht sollte er nach seiner Genesung einmal in der Lebensgeschichte jenes Mannes blättern, dessen Name gemäß einer aktuellen Petition von einem Offenbacher Straßenschild verschwinden soll, um dafür dem Namen Haftbefehl Platz zu machen: Bismarck.

          Der feuerte einstmals auch in einem Frankfurter Hotel einen Schuss ab. Bismarck, damals als Gesandter Preußens im Bundesrat am Main weilend, wollte mit der Knallerei Aufmerksamkeit erregen: Allerdings verlangte er nicht nach einer Glock, sondern nach einer Glocke. Den Revolver hatte er allerdings an die Decke seines Zimmers gerichtet. Nicht, dass er sich noch selbst in den Fuß geschossen hätte.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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