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Städtische Museen in Hanau : Keine einfache Aufgabe

Veränderungen im Schloss Philippsruhe: Freie Historiker sollen die Umgestaltung vorantreiben. Bild: Wonge Bergmann

Mit Katharina Bechlers Weggang verlieren die Hanauer Museen eine wertvolle Kraft. Auch die neue Museumskoordinatorin Asschenfeldt ist tatkräftiger Natur – braucht jedoch Unterstützung.

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          Die Leiter der Städtischen Museen in Hanau hatten es zuletzt nicht gerade leicht. Eine Umgestaltung des Flaggschiffs der städtischen Einrichtungen, des Historischen Museums im Schloss Philippsruhe, ist lange überfällig. Richard Schaffer-Hartmann, Vorgänger der jetzt ausgeschiedenen Katharina Bechler, hatte die Erfordernisse im Blick, etwa die Überarbeitung der Darstellung der Hanauer Stadtgeschichte. Doch sein Museumskonzept ließ sich politisch nicht durchsetzen und verschwand in der Schublade.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Nachdem Schaffer-Hartmann in den Ruhestand getreten war, beauftragte man Klaus-Dieter Stork, zuvor „Kulturmanager“ der Stadt, aber dann von allen wichtigen Funktionen entbunden, mit der Erstellung eines Konzepts für die gesamte städtische Kulturentwicklung. Das blieb Episode, denn es dauerte nicht lange, und Stork kehrte der Stadt erwartungsgemäß den Rücken zu.

          Damals war die promovierte Kunsthistorikerin Katharina Bechler schon eingestellt. Sie erarbeitete einen Museumsentwicklungsplan für die drei Städtischen Museen sowie, gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Kultur Martin Hoppe, einen Kulturentwicklungsplan mit Hand und Fuß. Beides lag 2015 vor. Einiges wurde verwirklicht, etwa der Pfad mit Märchenskulpturen durch die Hanauer Innenstadt und vor allem die Neugestaltung der Grimm-Abteilung im Schloss Philippsruhe.

          Wenige Wochen vor der Eröffnung im April war die neue Stabsstelle zur Museumskoordinierung eingerichtet worden. Es muss damals ziemlich gebrodelt haben unter der Oberfläche. Bechler war mit dem Anspruch angetreten, das Potential der Hanauer Museen auszuschöpfen und vor allem das Schloss Philippsruhe zu mehr überregionaler Beachtung zu führen. Auch wenn sich das Projekt der Museumsumgestaltung etwas in die Länge zog, war sie auf einem guten Weg.

          Warum ihr die Funktion als Museumsdirektorin entzogen wurde, darüber kann nur spekuliert werden. Jedenfalls verlieren die Hanauer Museen mit ihr eine Expertin, und die Staatliche Schlösserverwaltung gewinnt eine wertvolle Kraft. Es ist schade, dass die Hanauer nie erfahren werden, wie ihr neues Historisches Museum ausgesehen hätte. Externe Historiker sollen es nun richten. Das liegt jetzt in der Zuständigkeit der neuen „Museumskoordinatorin“. Victoria Asschenfeldt ist eine tatkräftige Frau, doch sie braucht jede Hilfe, die sie bekommen kann, um ihre Aufgaben zu bewältigen.

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