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Klaus Eldert Müller Bild: Frank Röth

Klaus Eldert Müller : Der Nachfolger von Lücker und Münster

Klaus Eldert Müller wird Kantor und Organist der Frankfurter Katharinenkirche. Der 56 Jahre alte Kirchenmusiker folgt in diesem Amt zwei bedeutenden Vorgängern nach.

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          Dass er „ein Nordlicht“ ist, wie er selbst sagt, hört man nicht: Klaus Eldert Müller s-tolpert nicht über den s-pitzen S-tein, sondern spricht dialektfrei Hochdeutsch ohne die ty­pische Küstenmelodie. Er könne aber auch Platt schnacken, sagt der designierte Kantor und Organist der Frankfurter Kirche Sankt Katha­rinen. Denn geboren ist Müller, dessen zweiter Vorname niederlän­di­schen Ursprungs ist, auf Borkum. 1966 kam er auf der ostfriesischen Insel zur Welt. In dem Nordseeheilbad, das aktuell 5000 Einwohner und im Sommer dreimal so viele Besucher zählt, ist er in einem Bäckerhaushalt aufgewachsen.

          Eine Grundschullehrerin habe früh sein Interesse an der Musik ge­weckt. Er lernte Klavier und konnte nach wenigen Orgelstunden mit zwölf Jahren die Organisten vertreten. Immerhin gibt es auf der Insel drei Kirchen. Auf Borkum besuchte er die Realschule bis zur zehnten Klasse, ehe er auf ein musisches Gymnasium im Leer wechselte. In Hamburg und Lübeck studierte Müller evangelische Kirchenmusik. Seine erste A-Kirchenmusiker-Stelle trat er 1995 in Oberhausen im Ruhrgebiet an. Nach acht Jahren wechselte er nach Dortmund an die zentrale Stadtkirche Sankt Reinoldi. Dort ha­be er als Kantor den Dortmunder Bachchor geleitet und drei große Oratorien im Jahr zur Aufführung gebracht, berichtet Müller. Das entspricht dem Pensum der Kantorei von Sankt Katharinen. 2018 wurde Klaus Eldert Müller Kantor am Dom seiner vormaligen Studienstadt Lü­beck. Nach zweijähriger Amtszeit als Domkantor wechselte er aus privaten Gründen, wie er sagt, nach Berlin-Neukölln, erlebte die Einschränkungen der Pandemie und leitete doch nebenher eine Konzertsaison mit der Berliner Domkantorei.

          Ein bunteres Format

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Sankt Katharinen tritt Klaus Eldert Müller nun zum 1. April die Nachfolger gleich zweier bedeutender Vorgänger an. Als Organist übernimmt er die Aufgaben von Martin Lücker, der die Musik in der evangelischen Hauptkirche der Stadt ab 1983 geprägt hat. Lücker übte dabei zu­nächst die vorgesehenen Doppelfunktion als Kantor und Organist aus. Er wird Müller als „Senior Organist“ im Dienst unterstützen und seine seit 40 Jahren an jedem Montag und Donnerstag bespielte Reihe „30 Minuten Orgelmusik“ fortsetzen. Als Kantor folgt Müller auf Michael Graf Münster, den früheren Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der 1998 Kantor an Sankt Katharinen wurde, als Lücker seine Professur an der Frankfurter Musikhochschule antrat.

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