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Kammeroper Frankfurt : Kreativ im Impfzentrum

„La strada della vita“, 1994: Uraufführung der Fellini-Oper von Andrea Cavallari mit Lilian Huynen. Bild: Kammeroper Frankfurt

Die Kammeroper Frankfurt stand selten im Mittelpunkt von umfangreicher Berichterstattung, kann aber auf künstlerisch erfolgreiche 40 Jahre blicken. Und nun steht ein festes Domizil im Kulturwerk „Die Fabrik“ in Sachsenhausen in Aussicht.

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          Einen solchen „Medien­Hype“ um die Kammeroper Frankfurt habe er in den 40 Jahren ihres Bestehens noch nicht erlebt, sagt Gründer und Leiter Rainer Pudenz und staunt noch immer darüber, wie viel Aufsehen die Aktion seiner freien Operntruppe im Frankfurter Impfzentrum im Mai 2021 erregte. Mehrere Fernsehsender berichteten damals aus der Festhalle, wie dort nach einer Idee von Pudenz die Mezzosopranistin Dzuna Kalnina und der Flötist Walter Dorn an mehreren Nachmittagen vom Balkon der Halle herab die wartenden Impflinge und Helfer vor den unten aufgestellten Kabinen mit klassischer Musik beschallten. Sogar Anfragen chinesischer und russischer Medien habe er bekommen, berichtet Pudenz.

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er selbst scheint die Idee, auf die er beim eigenen Impftermin durch „die dröge und beängstigende Atmosphäre“ in der riesigen Halle gekommen war, gar nicht so hoch hängen zu wollen. Er habe sie dem Frankfurter Gesundheitsamt angetragen und sofort Unterstützung bekommen, erinnert er sich. Die ganze Aktion ist aber bezeichnend, für Pudenz und die Kammeroper, die in den heißen Phasen der Pandemie auch musikalische Stadtspaziergänge und Auftritte in Seniorenheimen organisierte.

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