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Jüdisches Museum Frankfurt : Ein ganz neuer Ort

Das Ergebnis: Der Museumsneubau mit tausenden Quadratmetern Ausstellungsfläche, einer schönen öffentliche Bibliothek und einem Café ist fertig. Bild: Frank Röth

Das Jüdische Museum Frankfurt hat sich von Grund auf, im Sinne des Wortes, erneuert – und seine Umgebung gleich mit dazu. Das Ergebnis beeindruckt.

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          Neuer Platz, neues Gebäude, neue Dauerausstellung – das Jüdische Museum Frankfurt hat sich von Grund auf, im wahrsten Sinne des Wortes, erneuert – und seine Umgebung gleich mit dazu. Der Bertha-Pappenheim-Platz, der künftig die Adresse des Hauses sein wird, ist neu angelegt und öffnet sich mit Ariel Schlesingers Baumskulptur „Untitled“ zur Stadt hin. Die Fassaden der Bauten leuchten weiß, der Neubau nimmt einen prominenten Platz zwischen der städtischen Oper und dem historischen Rothschild-Palais ein. Als das Museum vor fünf Jahren seine Türen schloss, um seine Dependance im Palais zu renovieren, und Staab Architekten begann, den modernen Neubau zu errichten, schlug das Haus das nächste Kapitel auf.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Ergebnis ist beeindruckend: Tausende Quadratmeter Ausstellungsfläche, eine schöne öffentliche Bibliothek, die Direktorin Mirjam Wenzel als Lieblingsort bezeichnet, ein Café mit dem ersten milchig-koscheren Speisenangebot der Stadt. Dazu eine Dauerausstellung, die persönliche Geschichten von Jüdinnen und Juden, von ihrem Leben, ihren Familien, Traditionen und Ritualen erzählt. Zwar finden sich sehr wertvolle Objekte in der Sammlung, doch die Ausstellung könnte nicht weiter entfernt sein vom Klischee staubiger Vitrinen und schwerverständlicher Texte. Sie spricht einen unmittelbar und sinnlich an.

          Ein Ort, der Mut macht

          Im neuen Jüdischen Museum ist jüdische Kultur lebendig geworden, wird nicht nur als etwas, das einmal war, das brutal abgebrochen wurde, ausgestellt. Die Schoa und das Leid, das die Herrschaft der Nationalsozialisten für Millionen Menschen bedeutete, wird nicht zugedeckt. Das Museum ist dennoch ein Ort, der Mut macht, weil es zeigt, dass jüdisches Leben – wieder – zu unserer Gesellschaft gehört.

          Direktorin Mirjam Wenzel während des Rundgangs im Lichthof des Jüdischen Museums.
          Direktorin Mirjam Wenzel während des Rundgangs im Lichthof des Jüdischen Museums. : Bild: Frank Röth

          In den Artikeln, die wir in den kommenden Tagen zum neuen Jüdischen Museum veröffentlichen, ist zu entdecken, wie das dem Museum gelingt, aber auch wie tief verwurzelt das jüdische Leben in Frankfurt ist. Wie viel die Stadt ihren jüdischen Bürgern zu verdanken hat, die im 19. Jahrhundert begannen, die Bürgerstadt in einen Industriestandort, Verkehrsknotenpunkt und eine Hochburg politischer Reformen zu verwandeln, bevor sie verfolgt und ermordet wurden. Aber die Beiträge zeigen auch, wie die Gemeinde wieder aufblühte, wie die Kultur mit einer neuen jüdischen Literaturhandlung oder Veranstaltungen von Singer-Songwritern wieder erwacht ist und ihren Platz in der Stadtgesellschaft einnimmt. Denn da gehört sie hin.

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