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Jim Rakete fotografiert für Spendenplakate : Werben für das Deutsche Filmmuseum

Stellt sich in den Dienst des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt: Jim Rakete aus berlin Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Volker Schlöndorff trägt seine Blechtrommel, Nora Tschirner hat einen Keinohrhasen im Dekolleté, und Hardy Krüger hält die 16-Millimeter-Kamera. So sind sie auf Plakaten zu sehen, die für „Mehr Raum für den Film“ werben: Jim Rakete fotografiert Filmprominenz für Spendenplakate.

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          Volker Schlöndorff trägt seine Blechtrommel, Nora Tschirner hat einen Keinohrhasen im Dekolleté, und Hardy Krüger hält die 16-Millimeter-Kamera. Seit gestern sind sie auf Plakaten zu sehen, die für „Mehr Raum für den Film“ werben. Der international bekannte Fotograf Jim Rakete wird noch bis zum Frühjahr 2011, wenn das Deutsche Filmmuseum nach einem vollständigen Umbau wiedereröffnet werden soll, Freunde des Hauses für eine Plakataktion fotografieren. Nicht irgendwelche Freunde, sondern Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Filmschaffende, die zum Spenden animieren sollen.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Wir nehmen jeden Euro“: Insgesamt 300.000 Euro müssen für den Bau noch zusammenkommen, sagte die Direktorin von Filmmuseum und Filminstitut, Claudia Dillmann, gestern bei der Präsentation der Kampagne im Sachsenhausener Bürobau „Colosseo“, von dem aus die Mitarbeiter des Deutschen Filminstituts und des Museums die nächsten 16 Monate Filmreihen und Festivals in verschiedenen Kinos anbieten und die neue Dauerausstellung konzipieren. Es könnten sogar noch mehr Spenden benötigt werden, denn offenbar darf von städtischer Seite aus die Fassade des Hauses am Schaumainkai 41 während der Bauzeit nicht unter den Konditionen als Werbefläche vermietet werden, mit denen das Filmmuseum einen beträchtlichen Teil der Finanzierungslücke hätte schließen wollen.

          Zusagen von Mario Adorf, Senta Berger und Til Schweiger

          Es kommt also umso gelegener, dass Rakete immer mehr Freunde des Filmmuseums ausmacht. Die jüngste Zusage stammt von Mario Adorf, zum Teil schon fotografiert sind Tom Tykwer, Michael Ballhaus, Julia Jentsch, Senta Berger, Götz George, Til Schweiger. In regelmäßigen Abständen werden neue Motive plakatiert, viele der Requisiten aus ihren Filmen, mit denen die prominenten Helfer fotografiert werden, stammen aus den Archiven des Museums.

          Auch Rakete, der dem Museum seine Arbeit schenkt, ist zu einem Freund des Hauses und der „wuseligen Museumstruppe“ geworden, wie er in seiner unprätentiösen Art berichtet. Nach seinen Porträts „1/8 sec.“ 2008/09, die Rakete mit einer eindrucksvollen Gesprächsreihe begleitet hatte, soll nun gegen Ende dieses Jahres aus den Spenden-Porträts eine Rakete-Ausstellung in Frankfurt und Berlin werden. Danach sollen die Fotografien si-gniert zugunsten des Neubaus verkauft werden. Immerhin, ein bisschen Lohn für den Filmfan Jim Rakete gibt es doch: Er hat, nach 30 Jahren, Hardy Krüger wiedergetroffen und den Setdesigner der James-Bond-Filme in seinem Atelier fotografiert, dem das Filmmuseum einst eine Schau widmete, die Rakete begeistert hat. „Dass Ken Adam mal meine Bruchbude betritt“, hätte er sich nicht träumen lassen, sagt Rakete.

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