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Im Gespräch: HR3-Wellenchef Jörg Bombach : „Bisher war es ein so nettes Gespräch“

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Schildwache: Der Wellenchef im bunten Flur seiner Redaktion Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Jörg Bombach leitet beim Hessischen Rundfunk die Unterhaltungswelle HR3. Der Jurist ist davon überzeugt, dass sich sein Programm von dem des Konkurrenten Hitradio FFH unterscheidet. Positiv.

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          Jemand schaltet ziellos das Radio ein. Woran erkennt er, ob er HR3 oder Hitradio FFH hört?

          Wenn Sie in Hessen leben, erkennen Sie den Unterschied schon. Zum einen ist die Musikvielfalt bei HR3 größer. Sie würden es aber auch an den Moderatoren merken. Bei HR3 haben wir schon immer darauf gesetzt, Moderatorenpersönlichkeiten zu fördern – in der Tradition von Reinke, Koschwitz, Hecht, Susanne Fröhlich, jetzt Bärbel Schäfer und anderen –, die Ecken und Kanten haben.

          Aber es ist natürlich Unterhaltungsradio, das Sie machen.

          Ja, klar.

          Man fragt sich, warum die Gebührenzahler dafür Geld ausgeben müssen. Also für etwas, das die Privaten offenbar perfekt können, denn FFH wurde praktisch aus dem Stand Marktführer. Gegen den Hessischen Rundfunk, der vierzig Jahre Vorsprung hatte.

          Wenn es wirklich dasselbe wäre, könnte ich Ihre Frage nachvollziehen. Aber wir sorgen dafür, dass die Programme nicht deckungsgleich sind. Es war seinerzeit das gute Recht der Kollegen von FFH, sich das abzugucken, was den größten Erfolg hatte. Das waren die sogenannten Hit-Container, die Hit-Wochenenden und allerlei Sonderprogramme, zum Beispiel zu Weihnachten. Damit haben sie nicht bis Weihnachten gewartet, sondern produzierten ein solches Programm das ganze Jahr über. Dazu hatten sie zwei prominente Moderatoren, Johannes Scherer und Robert Treutel als Bodo Bach, der inzwischen bei HR3 ist. Marktführer ist FFH, wenn Sie dies als einzelnes Programm betrachten, insgesamt verfügen die HR-Programme natürlich über eine größere Reichweite.

          Aber in dem Genre, das vergleichbar ist, liegt FFH vor HR3.

          Stimmt, diese Programme sind am ehesten vergleichbar, aber der Hessische Rundfunk verfolgt eine Flottenstrategie, anders als zum Beispiel der Südwestrundfunk mit SWR 3 als Flaggschiff. Einiges von dem, was Sie in SWR 3 hören, hören Sie bei uns in HR 1, anderes läuft auf der Jugendwelle. Deshalb würde ich HR3 nicht unbedingt als Gegenstück zu FFH bezeichnen, aber als am ehesten vergleichbar, das ja. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Sie den Unterschied hören, auch ohne die nach jedem Beitrag auftauchenden Jingles „Das Beste von irgendwas“.

          Warum sind diese Jingles nötig?

          Weil das Nebenbei-Programme sind. Es gibt die Musik als Träger, die im Genre vergleichbar ist, in der Vielfalt nicht. Außerdem bringen wir in den Nachrichten mehr Themen, und unsere Moderatoren sollen und dürfen durchaus eine Meinung haben. Weil mehr gesprochen wird, sind unsere Programme nicht so leicht konsumierbar. FFH läuft hingegen als Hintergrundgeräusch in Boutiquen und in Tankstellen, weil das Programm ganz nett ist und nicht stört. Und jede Viertelstunde klingelt’s für die Media-Analyse. Das ist nun einmal die Währung des Erfolgs. Aber eine reine Klangtapete will und darf HR3 nicht sein.

          Unterscheiden sich HR3-Hörer von FFH-Hörern?

          Ja. HR3-Hörer haben einen höheren Bildungsgrad. Das ist kein Vorwurf gegenüber den Kollegen von FFH, aber der Markt teilt sich so auf. Wir haben besonders viele Berufsorientierte und junge Familien unter unseren Hörern. Konzertveranstalter wissen das. Wenn sie Robby Williams oder die Toten Hosen nach Hessen bringen, dann kommen die Veranstalter zu uns, weil der Vorverkauf dann besser läuft. Das hängt damit zusammen, dass bei HR3 die Leute zuhören.

          Und HR3 tritt als Veranstalter auf?

          Die Suggestion lautet: HR3 holt einen Künstler nach Hessen. Wir können vorab ein Interview mit ihm führen und haben eine Zeitlang die Möglichkeit, exklusive Aufnahmen zu machen, manchmal auch hinter der Bühne. Während der Veranstaltung erhält der Hessische Rundfunk die Chance, sich besonders zu präsentieren. Umgekehrt freuen sich die Veranstalter, wenn für ihre Konzerte Tickets verlost werden und Öffentlichkeit hergestellt wird.

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