Im Gespräch: Anne Sofie von Otter :
„Bei Barockmusik geht es immer um Leben und Tod“

Lesezeit: 4 Min.
„Ach ja, diese hohen Spitzentöne!” Anne Sofie von Otter ist in Marc-Antoine Charpentiers „Médée” zu erleben, einer Produktion der Oper Frankfurt.
Am Pfingstmontag findet im Bockenheimer Depot die Frankfurter Erstaufführung von Charpentiers „Médée“ statt. Anne Sofie von Otter singt die Titelpartie. Ein Gespräch.
Sie scheinen Trampelpfade der Musik bewusst zu meiden. Liegt das mehr an Ihrer Neigung oder an Ihrer Stimmlage?

Es hat bestimmt mit meinem Temperament zu tun. Warum soll man immer das Gleiche tun? Dafür bin ich nicht gemacht.

Finden Sie denn, dass Sänger heute grundsätzlich zu wenig Mut haben, sich mit neuer oder unbekannter alter Musik zu beschäftigen?

Ich kann nur von mir sprechen. Jeder soll das tun, was er für richtig hält. In verschiedenen Stilen zu singen bereitet mir großes Vergnügen. Ich singe viel Mozart, Strauss, gebe Liederabende, interpretiere viel Barockmusik. Aber mich noch mehr zu spezialisieren, dazu habe ich keine Lust.

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