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Illustrator Philip Waechter : Ein Zeichner und Erzähler

  • -Aktualisiert am

Waechter in seinem Büro. Bild: Wonge Bergmann

Philip Waechter ist mit Papier und Stiften groß geworden. Jetzt hat der Sohn von F.K. Waechter, der in Frankfurt als freier Illustrator lebt, seinen ersten Comic für Kinder veröffentlicht.

          Manchmal gehören Gegensätze zusammen. Wenn etwas federleicht und flott daherkommt etwa und doch die Arbeit dahinter hart war und lange währte. „Eine Comic-Seite zu zeichnen, das ist schon ein schwerer Brocken“, sagt Philip Waechter. Sein Sohn hat ihn animiert, den Brocken zu stemmen. Als die Familie vor einigen Jahren am Frühstückstisch saß und Vater Philip laut ein Interview der F.A.Z. mit Jeff Kinney, dem Autor von Gregs Tagebüchern, vorlas, platzte es aus dem Filius heraus: „Papa, mach doch auch mal so etwas.“ Der kindliche Appell, sagt der 50 Jahre alte Waechter, habe gefruchtet: „Toni. Und alles nur wegen Renato Flash“, das erste Comic-Buch des Grafikers und Illustrators, ist im Sommer erschienen. Sein Autor reiht sich damit auch in eine Familientradition ein.

          Den Umgang mit seinem Werkzeug hat Philip Waechter als Kind gelernt. „Bei uns gab es immer Stifte, es gab immer Papier, es wurde einfach immer gezeichnet.“ Der Vater war Anstifter, und die drei Söhne folgten. „Wir haben alle gezeichnet. Für uns war es ein Zeitvertreib.“ Da gab es auch nur in Ausnahmefällen mal eine Besprechung des Werkes und eine kritische Anmerkung des Vaters Friedrich Karl, des Zeichners, Karikaturisten und Gründungsmitglieds des Satiremagazins „Titanic“, der als F.K. Waechter bekannt war und zu den großen Künstlern der Neuen Frankfurter Schule mit ihrer komischen Kunst zählt.

          Als in Philip der Wunsch wuchs, selbst ein professioneller Zeichner zu werden, traf er mit seinem Vater eine Abmachung: „Ich zeigte ihm, was ich zu Papier gebracht hatte, und er sollte mir dazu etwas sagen.“ Seine Kritik wandelte der Vater häufig in Aufgaben um, die er dem Sohn stellte. „Ich habe dann versucht, diese Ideen umzusetzen.“ Irgendwann jedoch habe das nicht mehr funktioniert. „Ich konnte es nicht gut aushalten, wenn er mich kritisiert hat. Ich wollte es allein machen, schließlich ging es um meine Zeichnung.“

          Existenzaufbau mit Entenfamilie

          Als junger Erwachsener schuf Philip Waechter Abstand. Er entzog sein Schaffen dem väterlichen Auge und begann an der Fachhochschule Mainz Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration zu studieren. 1996, nach Ende des Studiums, suchte er sich inhaltlich und räumlich wieder neu zu orientieren. Ein Jahr zuvor hatte er mit Frauke Nahrgang sein erstes Buch mit dem Titel „Papa in Panik“ veröffentlicht, ein Bilderbuch über den Familienausflug einer Entenfamilie, hatte sich eine Existenz als freier Zeichner für verschiedene Buchverlage aufzubauen begonnen.

          Toni: Waechters Figur.

          Mit seiner Kommilitonin, Partnerin und heutigen Ehefrau Moni Port lebte er in Wiesbaden. Sie arbeitete da bereits für einen Frankfurter Verlag, pendelte. Das war nichts von Dauer. „Wir beschlossen, nach Frankfurt zu gehen, sie wegen der Arbeit, ich, weil ich ein Frankfurter Bub bin“, schildert Wächter. Nahezu zeitgleich zu dem Entschluss bekam Waechter Post von Anke Kuhl, von der er damals noch nicht wusste, dass er mit ihr bis heute zusammenarbeiten sollte.

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