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Hölderlinpreis an Kermani : Lob für intellektuelle Neugier

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Mit dem Hölderlin-Preis geehrt: Navid Kermani Bild: dpa

Hochdotierte Auszeichnung der Stadt Bad Homburg für Kermanis Gesamtwerk und für Dana von Suffrin als Debütantin: Die beiden Autoren werden mit dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Beide Preisträger dürfen auch in der Stadt wohnen.

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          Der Schriftsteller und Publizist Navid Kermani bekommt den diesjährigen Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird ihm für sein Gesamtwerk verliehen. Den mit 7500 Euro dotierten Förderpreis erhält die Autorin Dana von Suffrin für ihr Romandebüt „Otto“.  Erstmals im diesjährigen Hölderlin-Jubiläumsjahr erhalten sowohl der Hölderlin-Preisträger als auch die Förderpreisträgerin zusätzlich zum Preisgeld die Möglichkeit, die Hölderlin-Wohnung in der Villa Wertheimber kostenfrei zu nutzen.

          Die Stadt erhofft sich damit eine engere Verbindung der Bürger zu den Preisträgern. Der Preis wird erst am 1. November und  nicht wie sonst seit 1983 üblich, am 7. Juni, dem Todestag Hölderlins, in der Bad Homburger Schlosskirche vergeben. Die Stadt verbindet damit die Hoffnung, die jeweiligen Preisträger den Bad Homburger Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen. „Seine intellektuelle Neugier hat den Schriftsteller, Essayisten, Orientalisten und Reporter Navid Kermani schon auf die verschiedensten publizistischen Felder geführt“, begründet die Jury ihre Wahl. Der 1967 in Siegen geborene Kermani, Sohn iranischer Einwanderer, schreibe über das Verhältnis von Glauben und Gesellschaft ebenso kenntnisreich wie über das ästhetische Erleben des Koran, den Rockmusiker Neil Young oder seine gefährlichen Reisen in die Krisengebiete unserer Zeit.

          „Bei Navid Kermani treffen philologische Genauigkeit und literarischer Enthusiasmus aufs Schönste zusammen“, so die Begründung. Der 1985 geborenen  Dana von Suffrin wiederum gelinge in ihrem Debütroman „Otto“ ein Erzählkunststück.  Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird seit 1983 jährlich von der Stadt Bad Homburg  gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen  vergeben. Für die Verleihung in der Pandemie arbeitet die Stadt derzeit an einem Präsenzkonzept, zudem ist geplant, den Festakt per Livestream zu übertragen.

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