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Musical „Bodyguard“ : Thriller, Liebesgeschichte, Pop-Revue

  • -Aktualisiert am

Asiata Blackmann als Weltstar Rachel Marron auf der Bühne in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Die Diva und ihr Personenschützer: Das Musical „Bodyguard“ mit lauter Hits von Whitney Houston hat Premiere in der Frankfurter Alten Oper. Die Pop-Welt ist wieder in Ordnung.

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          Ein Schuss fällt, wir erleben Frank Farmer bei der Berufsausübung, es knallt noch zweimal. Danach sehen wir, wie Rachel Marron ihren Job macht, im gleißenden Scheinwerferlicht, von treibenden Beats in Bewegung versetzt, umgeben von Wild-Erotisches simulierenden Tänzern, ein glamouröser Popstar mit Soulstimme und frappierender Bühnenpräsenz. Die Hauptpersonen sind eingeführt, das Spiel beginnt. Zunächst mit dem neckisch-nervigen Geplänkel zwischen dem von ihrem Manager eingestellten Personenschützer und der Diva, die von persönlichen Einschränkungen aufgrund von Sicherheitsbedenken nichts wissen will. Noch ahnt sie nicht die ganze Wahrheit: Ein Stalker ist hinter ihr her. Aber auch als sie es erfährt, möchte sie keine Abstriche an ihrer Freiheit hinnehmen. Es muss erst zu einer gefährlichen Situation beim Auftritt in einem Club kommen, von dem Frank abgeraten hat, um die Pop-Königin zur Einsicht zu bringen. Die in zärtliche Gefühle für den Mann, der sie schützen möchte und dabei doch kapitale Fehler begeht, mündet.

          „Bodyguard“, das Musical zur Weihnachtszeit in der Frankfurter Alten Oper, hatte jetzt Premiere und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Die Mischung aus Crime, ein bisschen Sex und ganz viel Gefühl, aus mehr als einem Dutzend Whitney-Houston-Songs und einer so dramatischen wie herzergreifenden Geschichte wirkt in diesen dunklen Zeiten gemütsaufhellend und lenkt auf angenehm-spannende Weise vom Festtagsstress ab. BB Promotion und Alte Oper präsentieren eine perfekte Show, in der es an Effekten nicht mangelt. Gleich zu Beginn wird es warm in den ersten Besucherreihen, weil Flammen auflodern, und auch am Bühnennebel wird nicht gespart. Eine phantastische Lichtregie sorgt für immer neue Glanzpunkte, Wände und Vorhänge verschieben sich ständig, die Perspektiven wechseln, überraschende Raumsituationen entstehen, allein das Bühnenbild, das uns das Innere der Villa von Rachel Marron vor Augen führt, ist ein hinreißender Schauplatz.

          Auch der Humor kommt nicht zu kurz

          Wenn es jemanden geben sollte, der Schwierigkeiten mit der Musik von Whitney Houston hat, kann ein mittleres Wunder erleben. Während die Originalaufnahmen an synthetischen Arrangements leiden, entfalten die Songs im Singspiel ihre musikalische Qualität in voller Pracht. Aisata Blackman, die Premieren-Besetzung der Rachel Marron, interpretiert vor allem die Balladen so treffsicher, dass sich ihre berückende Schönheit auch denen erschließt, die einst nicht zu den ergebenen Fans der Rhythm-and-Blues-Queen gehörten

          Ihr Album mit dem Soundtrack zum Film, in dem Whitney Houston neben Kevin Costner spielte, ist einer der meistverkauften Tonträger der Musikgeschichte. Das Musical knüpft an diesen Erfolg an. Aber es ist ebenso wenig allein eine Hommage an Whitney Houston, wie es sich sklavisch an das Leinwandwerk von 1992 hält. Es gab Modernisierungen, Änderungen der Story. Aber es bleibt ein Thriller, eine romantische Liebeserzählung, eine popmusikalische Revue. Und auch der Humor kommt nicht zu kurz: So ist etwa die Szene in einer Karaoke-Bar mit quietschend intonierenden Teenagern und einem stimmlich holprigen Frank schon sehr komisch.

          Dass Rachels zehnjähriger Sohn Fletcher eine tragende Rolle spielt und ihre Schwester Nicki, die im Duett mit ihr gesanglich besonders ergreifende Momente produziert, stets zu kurz kommt, sorgt für so dramatische wie rührende Entwicklungen. Der Stalker, der Bösewicht, der psychopathische Fan lauert immer und überall. Und ist ein ebenbürtiger Gegner Franks, der zwischen Pflicht und Leidenschaft schwankt. Rachel freilich weiß: „I will always love you.“ Nach dem Ende der Geschichte ist der Anfang des großen Finales, bei dem niemand mehr auf seinem Sitz blieb. Mit „I wanna dance with somebody“ werden alle versöhnt, die noch einen Rest Herzschmerz nach all den Verwicklungen spüren. Die Pop-Welt ist wieder in Ordnung.

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