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Schauspiel Frankfurt : Geschlossene Gesellschaft

Das Frankfurter Schauspielhaus in seinem historischen Erscheinungsbild. Bild: Institut für Stadtgeschichte

Ein Bürgerbegehren in Frankfurt plädiert für den Wiederaufbau des historischen Schauspiels aus dem Jahr 1902. Der Wunsch steht der diversen Gesellschaft des heutigen Frankfurts entgegen.

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          Auf das Bewährte zurückzugreifen hat in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung gewiss etwas Berückendes. Und angesichts trostloser neuer Architektur und ganzer Stadtteile wenden sich Auge und Gemüt gerne der anheimelnd-vormodernen Altstadt zu. Selbst viele einstige Kritiker des Projekts lenken mittlerweile frohen Muts den Schritt in Richtung Königsweg und Haus zur Goldenen Waage. Des Kulissenhaften sind sich die meisten Besucher dennoch bewusst, macht nichts, für die einen ist es ein Areal wiedergewonnener Heimat, für die anderen ein geradezu idealtypisches deutsches Idyll.

          Da scheint es nicht so abwegig, das Schauspielhaus aus dem Jahr 1902 wieder zu errichten – oder zumindest eine detailgetreue Kopie davon. Aber viel ist nicht mehr übrig von dem Bau, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört wurde. Das hielt eine Gruppe von Freunden des guten, wahren Alten nicht davon ab, ein Bürgerbegehren unter dem Titel „Rettet das Schauspielhaus“ zu initiieren. Die nötigen Unterschriften für einen Bürgerentscheid kamen schnell zusammen, dafür sorgte schon der identitäre Zeitgeist, der dieses Mal von rechts wehte: Die Zumutungen der Gegenwart lassen sich, meint ein nicht unerheblicher Teil auch der sonst eher liberal gestimmten Frankfurter, mit dem Glanz vergangener Tage mildern, als die Bevölkerung noch homogen war und sich das Bürgertum am liebsten selbst feierte.

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