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Hessisch-Sächsische Literaturtage : Ohne Bücher geht es auch

Sein Auftritt war ihm nicht ganz geheuer: Ingo Schulze kam zur Eröffnung der Hessisch-Sächsischen Literaturtage nach Frankfurt. Bild:

Es sei das erste Mal in seinem Schriftstellerleben, dass er als Sachse auftrete, sagte Ingo Schulze. Zur Eröffnung der „Hessisch-Sächsischen Literaturtage“ war er ins Frankfurter Literaturhaus gekommen, um mit seinem Kollegen Thomas Hettche darüber zu diskutieren, wie Autoren aus Ost und West die „Einheitserfahrungen“ verarbeiten.

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          Es sei das erste Mal in seinem Schriftstellerleben, dass er als Sachse auftrete, sagte Ingo Schulze. Auch sonst war ihm einiges nicht geheuer an seinem Auftritt. „Wir sitzen hier ohne unsere Bücher und reden so rum.“ Zur Eröffnung der Hessisch-Sächsischen Literaturtage“ war er ins Frankfurter Literaturhaus gekommen, um mit seinem Kollegen Thomas Hettche darüber zu diskutieren, wie Autoren aus Ost und West die „Einheitserfahrungen“ verarbeiten, die dem heute zu Ende gehenden kleinen Festival den Titel geben.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Hessische Literaturtage“ nennt sich das von der Landesgruppe des Verbands der Schriftsteller und der Literaturgesellschaft Hessen veranstaltete Festival in anderen Jahren. Nun ist, mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt, der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen und anderer Partner, eine west-östliche Veranstaltung aus ihm geworden, zum Gedenken an den Fall der Berliner Mauer vor zwanzig Jahren und in Erinnerung an die im vorigen November gestorbene Organisatorin Renate Chotjewitz-Häfner.

          Auch ohne Bücher ging alles gut

          Trotz Schulzes ehrlichem Bekenntnis zu der heute fast altmodischen Sicht, Schriftsteller äußerten sich am besten in den von ihnen verfassten Texten, ging dann auch ohne Bücher alles ganz gut. Geplaudert wurde über die Nacht des Mauerfalls, die Schulze verschlief und Hettche beinahe verpasst hätte. Er war damals gerade in Berlin, wurde von Freunden telefonisch vor die Tür gejagt und hatte in der Innenstadt das typische Erlebnis seiner Generation – „die das erste Mal gemachte Erfahrung, Geschichte zu erleben“. Schulze hingegen beharrte im Gespräch mit Ina Hartwig, Leiterin der Literaturredaktion der „Frankfurter Rundschau“, auf seiner zuletzt oft gemachten Beobachtung, was damals erst in Gang gekommen sei, zeitige gerade jetzt bedauerliche soziale Folgen. Einen Gewinn aber verbuchte er doch: „Schön, dass wir einander relativieren können.“ Auch in der mündlichen Rede.

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