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Goethe-Ausstellung : Orient und Okzident

Aufbewahrungskapsel für Gedichte mit der Aufschrift „Zum künftigen Divan“, 1818. Bild: © Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar

Vor 200 Jahren erschien Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“. Aus diesem Anlass zeigt das Frankfurter Goethe-Haus eine Ausstellung zur Entstehungsgeschichte dieses interkulturellen Werks.

          Einen so entspannten Umgang mit dem Islam, wie Goethe ihn pflegte, kann man sich heute nur wünschen. Ebenso wie die Offenheit, mit der er an die persische und arabische Kultur herangegangen ist. Dabei mag es sein, dass der Autor der Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“, der umfangreichsten, die er jemals veröffentlicht hat, sich herausgepickt hat, was seiner poetischen Imagination zuträglich war und ihm als Anregung für Verse diente, die zum Schönsten gehören, was er hervorgebracht hat.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Es ist dennoch eine liebevolle und in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit dem Orient, seinen geistigen und religiösen Grundlagen, aber auch seinen ästhetischen Formen, die der Weimarer im Zusammenspiel mit Marianne von Willemer betrieben hat. Im Wesentlichen freilich ist die lyrische Kollektion, die vor 200 Jahren auf den Büchermarkt kam, der Beschäftigung mit dem persischen Dichter Hafis zu verdanken, dessen „Diwan“ der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall 1812 ins Deutsche übersetzt hatte.

          Schreibübungen: Goethe probierte arabische Schriftzeichen aus. Das war im Jahr 1815.

          Zwei Jahre später las Goethe das Buch. 200 Jahre nach dem Erscheinen der Gesichtsammlung widmet das Frankfurter Goethe-Haus dem Werk eine Ausstellung: „,Poetische Perlen‘ aus dem ,ungeheuren Stoff‘ des Orients – 200 Jahre Goethes ,West-östlicher Divan‘“.

          An 14 Gedicht-Beispielen wird gezeigt, wie er sich mit dem Erbe des Orients beschäftigte und es für seine dichterischen Zwecke umformte. Materialien aus dem Nachlass zeugen von der Liebe zu Marianne von Willemer, der emotionalen Basis dieses Hauptwerks der deutschsprachigen Lyrik.

          Titelkupfer der Erstausgabe von Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“ 1819

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