https://www.faz.net/-gzg-a70ox

Für die ganze Familie : Das große Aufräumen

Jeden Tag ein bisschen: Dann können sich Kinder und Erwachsene leichter trennen. Bild: PantherMedia / Ingrid Balabanova

Beim Aufräumen sind alle gefragt: die Kleinen und die Großen. Keine Frage, Trennung fällt einem schwer. Da hilft es nur, ehrlich mit sich selbst zu sein.

          1 Min.

          „Das große Aufräumen von Katthult“ ist der großartige Moment, in dem Astrid Lindgren ihren Michel aus Lönneberga die Bewohner des Armenhauses durch den Schnee ins elterliche Bauernhaus chauffiert, um ihnen dort das gesamte weihnachtliche Festessen vorzusetzen.

          Bei uns gibt es dieses Jahr keinen Schnee, leider auch keine winterliche Exkursion in die Berge, und das weihnachtliche Futtern flaut langsam ab. Das große Aufräumen aber, das haben wir vor. Viele haben das vor dem Corona-Leerlauf das Jahr über schon getan, irgendwie war in unserer Familie aber immer was los. Nun muss es sein.

          „Irgendwann lese ich das noch“

          Erstens, weil das Christkind dieses Jahr großzügig war. Die lieben Verwandten, die wir nicht sehen konnten, trösteten das Kind mit Spielsachen. Und da Großstadtwohnungen nun mal nicht mitwachsen, müssen wir Platz schaffen. Zweitens müssen auch die Großen ehrlich mit sich sein. Sonst bricht unter den „Irgendwann lese ich das noch“-Beteuerungen das Bücherregal zusammen (was leider schon einmal passiert ist).

          Nichts allerdings ist bedrohlicher als die Ankündigung eines „Großen Aufräumens“ – für alle. Also teilen wir das auf, in lauter kleine Aufräumens. Wir sagen an einem Tag „Tschüss“ zu Knete, die in Brösel zerfallen ist, zu Bleistiften, die auf anderthalb Zentimeter kleingeliebt wurden, und feilschen an einem anderen um Lesestartersets, die ein „großes“ Kind der kleinen Nachbarin vererben kann.

          Wir sortieren die Sockenlade und gestehen uns ein, doch nie Glitzer-High-Heels zu tragen. Stellen fest, dass der kaum getragene Wintermantel mit seinem Gelbton der dunkelhaarigen Freundin besser steht. Jeden Tag ein kleines Sortieren, Weitergeben, Entsorgen. Eine Wohltat. Und, ehrlich gesagt: Der rituelle Büchertausch mit der Herzensfreundin führt sowieso dazu, dass die Stapel auf dem Regal gleich hoch bleiben.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          FDP und Volt auf Koalitionskurs

          „Ampel Plus“ in Frankfurt : FDP und Volt auf Koalitionskurs

          Die Grünen in Frankfurt wollen mit SPD, FDP und Volt über die künftige Koalition verhandeln. Nun müssen noch die drei Partner zustimmen. Volt ist vorneweg gegangen, die FDP stimmt am Montag ab.

          Keine Macht den Rücksichtslosen

          Astra-Zeneca : Keine Macht den Rücksichtslosen

          Weil sich die Empfehlungen für den Impfstoff von Astra-Zeneca immer wieder geändert haben, ist die Verunsicherung groß. Trotzdem ist es egoistisch, den eigenen Impftermin verstreichen lassen.

          Topmeldungen

          Trauerfeier für Prinz Philip : Eine Familie nimmt Abschied

          Ein schwerer Gang für Königin Elisabeth II.: Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie in einer Trauerfeier Abschied von Prinz Philip genommen. Nur 30 Trauergäste waren erlaubt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.