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Frischer Wind im Museum : Mehr Alltag, weniger Kunstgeschichte

Durch die Räume des Schloss Philippsruhe in Hanau soll frischer Wind wehen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Nach dem Weggang der früheren Leiterin der drei Hanauer Museen sollen externe Historiker neue Pläne für die Ausstellungen im Schloss Philippsruhe erarbeiten. Dem Finanzierungsantrag zugestimmt wurde allerdings noch nicht.

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          Eigentlich hätte die Umgestaltung des Historischen Museums der Stadt Hanau im Schloss Philippsruhe im nächsten Jahr weitgehend beendet sein sollen. Jedoch werden die Geschichts- und Kunstinteressierten in Hanau noch eine ganze Weile länger auf das neue Profil des bedeutendsten städtischen Museums warten müssen. Erst bis zum Jahr 2023 soll nach den Worten von Museumskoordinatorin Victoria Asschenfeldt die Hauptetappe vollendet sein.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Asschenfeldt, Leiterin des Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseums in Hanau Wilhelmsbad und für zunächst zwei Jahre Inhaberin der neugeschaffenen Stabstelle „Profil und Sammlungsstrategie der Hanauer Museen“, steht vor der Aufgabe, den von Museumsleiterin Katharina Bechler angefangenen inhaltlichen Umbau der Sammlungen der Stadt und des Hanauer Geschichtsvereins zu vollenden. Bechler wechselt als Leiterin des Fachgebiets Museen zur hessischen Schlösserverwaltung (F.A.Z. vom 14. September). Angefangen hatte sie in Hanau 2012 als Direktorin der drei städtischen Museen, dann wurde Asschenfeldt Museumskoordinatorin, und Bechler war fortan ausschließlich für das Museum im Schloss Philippsruhe zuständig.

          Die bisherigen Veränderungen kommen gut an

          Im Jahr 2015 hatte Bechler eine Museumskonzeption vorgelegt, die vor allem für das Museum im Schloss Philippsruhe grundlegende Neuerungen umfasste. Auch das Museum für Früh- und Vorgeschichte im Schloss Steinheim und in kleinerem Ausmaß für das Kunst- und Technikmuseum in Großauheim enthielt das Papier Vorgaben für eine Umgestaltung oder Weiterentwicklung. Eines der größten darin enthaltenen Projekte, die Neugestaltung der Grimm-Abteilung in Philippsruhe mit angegliedertem Mitmachmuseum im sanierten Nordflügel des Schlosses, ist mittlerweile verwirklicht und wird vom Publikum gut angenommen.

          Die Aufwertung der Präsentationen rund um die Familie Grimm sollte nach der Konzeption Bechlers längst nicht alles gewesen sein. Ihr schwebte eine umfassende Umgruppierung der Exponate wie Fayencen, Gemälde, Skulpturen und Objekte der Stadtgeschichte vor, wobei die Geschichte der Zeichenakademie, eine bedeutende Ausbildungsstätte für Künstler und Goldschmiede mit überregionaler Bedeutung, einen Schwerpunkt bilden sollte. Die Akademie sah Bechler als einen Ausgangspunkt für die Darstellung der Stadtgeschichte und des Weltgeschehens. Entstehen sollte ein „Zeitstrahl“ der Hanauer Historie, beginnend mit erdgeschichtlichen Exponaten der Wetterauischen Gesellschaft über die Tradition der Gold- und Silberschmiedekunst bis hin zur Neuen Moderne und endend mit der Konversion der einstigen amerikanischen Kasernenflächen. Außerdem sollte das Schloss selbst als historisches Kunstobjekt inszeniert werden. Die Vorstellungen Bechlers sind nach den Worten Asschenfeldts weiterhin Elemente der künftigen Museumskonzeption, die allerdings grundlegend überarbeitet werden solle.

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