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Frankfurter Museen : Die Kunst des Spendensammelns

Stehend helfend zur Seite: die Freunde des Städels. Bild: Cornelia Sick

Viele Museen in Frankfurt profitieren vom Engagement privater Geldgeber und Kontaktknüpfer.

          Das Städel hat es fast geschafft. Viel Geld floss schon für die Erweiterung. Leiter anderer Museen sollen sich sehnlichst auch eine Baustelle wünschen, heißt es – in der Hoffnung, dass privates Fördergeld dann auch für ihre Einrichtungen sprudelt. Dass es beim Städel so reibungslos läuft, ist in hohem Maß dem Städelschen Museums-Verein zu verdanken, den Leopold Sonnemann, Verleger der Frankfurter Zeitung, 1899 gegründet hatte. Mit Sylvia von Metzler als Vorstandsvorsitzender trägt er wesentlich dazu bei, das Städel bei Ankäufen und eben jetzt beim Neubau des unterirdischen Gartenflügels zu unterstützen: vor allem durch die Vermittlung von Stiftern, Mäzenen, Sponsoren.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          „Der Städelsche Museums-Verein finanziert und ermöglicht bedeutende Erwerbungen“, umschreibt Städeldirektor Max Hollein die Hauptaufgabe dieser alten Bürgervereinigung zum Wohle des einst von einem Kaufmann gestifteten Kunstmuseums. Zuletzt wurden beispielsweise mit Hilfe der Förderer das Gemälde „Der singende Mann“ von Dirck van Baburen und der Marsyas-Sarkophag für das Liebieghaus-Jubiläum erworben. Das Städel-Komitee, eine Gruppe innerhalb des Vereins, ermögliche dem Städel, zeitgenössische Kunst zu kaufen, erläutert der Museumsleiter. Dank des Komitees komme allein auf diesem Gebiet jährlich etwa eine Million Euro zusammen.

          Bundesverdienstkreuz für das Engagement

          Der Verein der Schirn-Freunde mit ihrem Vorsitzenden Christian Strenger, so führt Hollein aus, ermögliche Ausstellungen, vor allem solche, „die über Corporate Sponsorship schwieriger zu finanzieren sind“. So könne man sich auch weniger eingängigen Themen widmen wie zuletzt der „Weltenwandler“-Ausstellung. Die Mitglieder des Schirn-Kuratoriums bemühten sich auch besonders darum, Verbindungen zu Sponsoren herzustellen.

          Die Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt, die Freunde des MMK, der Frankfurter Patronatsverein für die Städtischen Bühnen: So heißen einige andere Vereine, die sich dem Wahren, Guten, Schönen verschrieben haben, aber auch die Mühe auf sich nehmen, die Finanzen der Kulturinstitute aufzubessern. Unternehmenberater Alexander Demuth, Vorstandsvorsitzender des etwa 1300 Mitglieder zählenden Patronatsvereins, war und ist wie manch einer aus der Frankfurter Gesellschaft bei einer Reihe anderer Fördervereine engagiert. Dafür hat er vor zwei Jahren das Bundesverdienstkreuz erhalten.

          Unterschied zwischen Spenden und Sponsoren

          Schauspiel und Oper leben fast ausschließlich von städtischen Subventionen. „Bezogen auf das Gesamtbudget kann es immer nur das Sahnehäubchen auf der Torte sein, das wir beisteuern“, sagt Demuth. Es gehe ja nicht darum, Löcher zu stopfen, die im städtischen Haushalt entstanden seien. Ziel der Förderung seien immer einzelne Projekte, etwa ein bestimmtes Bühnenbild.

          Man müsse zwischen Spenden, die mittlerweile in der Mehrzahl von Stiftungen kämen, und Sponsoring unterscheiden, sagt Demuth. „Wenn über die Vermittlung eines Mitglieds im Kuratorium Oper oder Schauspiel ein Sponsoring zustande kommt, ist das fürs Haus genauso wertvoll wie eine Spende.“ Nur werde dies auf der Seite des Gebers anders verbucht. Schon aus steuerlichen Gründen müsse in diesem Fall das Unternehmen einen Gegenwert bekommen, etwa im Programmheft erwähnt werden. Nur dann sei das Geld als Betriebsausgabe abzuziehen.

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