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Ärger um Markenrechte : Frankfurter Label will Netflix-Serie „Skylines“ stoppen

Ein Frankfurter Rapper behauptet, dass seine Lebensgeschichte die Vorlage für „Skylines“ sei. Bild: Christian Luedecke/Netflix

Die Rapper-Crime-Serie „Skylines“ soll demnächst auf Netflix erscheinen. Doch ein Frankfurter Musiker will das verhindern und behauptet, die Geschichte basiere in Wahrheit auf seinem Leben.

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          Ist die Frankfurter Rapper-Crime-Serie „Skylines“, mit der Netflix am 27. September an den Start geht, die Geschichte eines anderen? Das zumindest behaupten der Frankfurter Rapper Jan Lehmann alias „JMF“ und sein Gießener Anwalt Andreas Milch. Sie haben eine Unterlassungserklärung an Netflix übersandt. Ein Sprecher von Netflix sagte, ein Brief sei eingetroffen, die Sache werde geprüft.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn das in der Serie fiktive Label Skyline Records gibt es laut Milch wirklich. „Man hätte es einfach googlen können“, so Milch. Schon 2003 habe die Produktion von Skyline angefangen, seit 2005 sei das Label bei der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten eingetragen. Seither werde produziert, unter anderem gibt es einen Youtube-Kanal namens Skyline Records TV, der in unregelmäßigen Abständen bestückt wurde.

          Es gehe darum, Markenrechte an Skylines und Skylines Records durchzusetzen, außerdem um Namens- und Persönlichkeitsrechte, so Anwalt Milch. Auch das Image seines Labels wolle sein Mandant selbst bestimmen: In der Serie geht es auch um Drogengeschäfte. Vermutlich wird es im Zuge der Auseinandersetzungen also auch um Finanzielles gehen, wie es der Titelsong der Serie nahelegt: „Bankenmetropole, Junkies, Cracks und Kohle“ fängt der an, eine Adaption des 2015 erschienenen Songs „069“ von Haftbefehl. Er ist einer der vielen Rapper, die an der Serie mitgearbeitet haben oder selbst darin auftreten.

          „JMF“ ist nicht unter den Rapper-Protagonisten der Serie – seine Geschichte aber schon, sagt Anwalt Milch, der selbst als Student in der Szene als DJ aktiv war, den 38 Jahre alten Lehmann schon seit der Labelgründung kennt und in dessen Anfangsjahren sogar als Manager mitgearbeitet hat. Parallelen gebe es so viele, so der Anwalt, dass ihm das selbst in dem kurzen Trailer schon aufgefallen sei – mehr kennen er und sein Mandant nicht aus der Serie, die noch streng geheim ist.

          „Weil Jinn einfach cooler klingt“

          Dass die Hauptfigur Johannes sich „Jinn“ nenne, „weil Jinn einfach cooler klingt“, sei dieselbe Antwort, die Lehmann 2005 in einem Radiointerview gegeben habe, als er gefragt wurde, warum er sich „JMF“ nenne. Sogar etwas Ähnlichkeit zwischen Jinn und JMF sieht der Anwalt. „Es ist uns ein Rätsel, woher die Ideen kommen.“ So gibt es auf Youtube ein im Dezember 2015 veröffentlichtes Mix-Video namens „069 Tape“, das mit den „Skyline Boyz“ beginnt – im gleichen Monat hatte Haftbefehl sein Album „Unzensiert“ mit dem Track „069“ veröffentlicht. Das Übernehmen von Teilen der Werke anderer kommt in Rapperkreisen durchaus häufig vor, JMF und seinem Anwalt geht es aber laut Milch darum, die Serie zu stoppen.

          Ob es dabei nur um Gerechtigkeit geht, wie Milch beteuert oder darum, in der Bankenmetropole das Gold nicht nur in der Skyline funkeln zu sehen, wird sich zeigen. Vielleicht in der zweiten Staffel der Serie.

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