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Frankfurter Buchmesse : Vergebliche Hoffnung auf günstigere Bücher

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Diese Premiere gab es erst am Schluß: Zum ersten Mal durften die Verlage gestern, am letzten Tag der Buchmesse, Bücher verkaufen. Für die Messeleitung war der Tag ein Erfolg: 15658 Besucher strömten in die Hallen, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 29,4 Prozent an diesem Tag.

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          Diese Premiere gab es erst am Schluß: Zum ersten Mal durften die Verlage gestern, am letzten Tag der Buchmesse, Bücher verkaufen. Für die Messeleitung war der Tag ein Erfolg: 15658 Besucher strömten in die Hallen, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 29,4 Prozent an diesem Tag. Die Resonanz bei Kunden und Verlagen war hingegen gemischt. Nur wenige Verlage schienen an dem Sonderverkaufstag gut zu verdienen, viele Besucher waren indes enttäuscht, daß die Bücher wegen der Buchpreisbindung auch auf der Messe nicht billiger zu haben waren.

          Gut zu tun hatten die Verkäufer des Arbeitskreises Hörbuchverlage. Dort standen Hörbücher von 28 Verlagen zum Verkauf, und vor der Kasse warteten die Besucher zeitweise in einer langen Schlange. Besonders häufig kauften sie populäre Titel wie Kriminalromane von Donna Leon oder "Der Alchimist". Wenige Stände weiter zog Kristin Gärtner vom kleinen Berliner Verlag Schwarzkopf&Schwarzkopf ein positives Fazit: "Wir erleben zwar keine Besuchermassen, aber wir haben schon ein paar Exemplare verkauft." Besonders Fotobände, dick und schwer, lagen am Stand aus.

          Ganz anders das Bild beim Verlag Reclam. Verkaufsleiterin Anja Krauß sagte: "Dieser Montag ist für uns nicht sinnvoll." Das, was der Verlag durch den schwachen Verkauf verdiene, sei nicht genug, um die Kosten auszugleichen. Nach Meinung ihres Kollegen Patrick Kunkel vom Kleinverlag Apitz und Kunkel war der Tag "ein einziger Flop". Zwar habe er ein paar seiner Comics verkauft, aber das sei längst nicht genug. Wie er haben viele Verlagsvertreter festgestellt: "Die Kunden dachten, wir würden die Bücher billiger verkaufen."

          Das hatten auch Kerstin Franz und Sabine Schmitt angenommen, die sich deshalb den Montag für einen Messebesuch freigehalten hatten. Daß die Buchpreisbindung auch für abgegriffene Ausstellungsbücher galt, hat sie enttäuscht. Die Buchfans aus Gelnhausen haben allerdings die Erfahrung gemacht, daß mitunter kleine Verlage zum Handeln bereit waren, "aber bei den Großen war nichts zu machen". Einige, wie Rowohlt und Droemer Knaur, beteiligten sich gar nicht erst am Verkauf. Sie wollten den Buchhandel nicht schädigen, hieß es. Eine andere Verkaufsstrategie wählte dagegen der Verlag Goldmann: An dessen Stand verkaufte am Montag vormittag eine Buchhandlung aus Darmstadt, zum Ladenpreis natürlich. Allerdings mit Erfolg, wie die vielen Käufer vor der Kasse bewiesen. Thielko griess

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