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Angebot an Jugendliche : Kunst für alle im „Atelier 1318“

Annäherung an Kunst: Jugendliche im „Atelier 1318“ mit der Künstlerin Lena Ditlmann Bild: Kimia Ghetmiri/Freie Kunstakademie Frankfurt

Vom Zeichnen über die Malerei bis hin zur Bildhauerei, von der Fotografie bis zum Video reicht das Angebot. Mit dem „Atelier 1318“ schaffen die Stadt Frankfurt und die Freie Kunstakademie ein Bildungsprogramm für Jugendliche.

          Da sage noch einer, auf die Politik sei kein Verlass, der Koalitionsvertrag sei seine Tinte nicht wert, und im Frankfurter Römer bewege sich nichts. Dabei kann sich vermutlich kaum noch jemand daran erinnern, dass CDU, SPD und Grüne vor drei Jahren vereinbart hatten, die Möglichkeit einer Jugendkunstschule zu prüfen. Nun haben Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), Stefanie Benecke von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und Claudia Himmelreich, Leiterin der Freien Kunstakademie Frankfurt, mit dem „Atelier 1318“ das neue Angebot für Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren vorgestellt.

          Christoph Schütte

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es kann sich, so viel lässt sich schon vor dem Start der Pilotphase sagen, allemal sehen lassen. Anders als bei der Gründung der aus der Abendschule der Städelschule hervorgegangenen Einrichtung an der Schmidtstraße, als die Akademie schon einmal ein Programm für Kinder aufgelegt hatte, das nicht zuletzt an der Höhe der Kursgebühren scheiterte, richtet sich das im Auftrag der Stadt entwickelte Angebot nun an alle. „Es ist uns wichtig, dass wir ein möglichst weites Spektrum erreichen“, sagt Himmelreich und ist damit ganz nahe dran an der einst vom ehemaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann ausgegebenen Devise der „Kultur für alle“. Weshalb nicht nur der kompakte, von Emanuel Oliveira Barata verantwortete Ferienkurs zum Thema Maske, sondern auch der Besuch des regelmäßigen, im August beginnenden Programms mit gerade einmal fünf Euro am Tag zu Buche schlägt.

          Zwei Nachmittage je Woche

          Freilich steht nach den Worten Himmelreichs im „Atelier 1318“ nicht das Sozialpädagogische, sondern das Künstlerische im Vordergrund. Ähnlich wie bei den werktäglich offenen Ateliers der Abendakademie der Freien Kunstakademie können die Jugendlichen an zunächst zwei Nachmittagsterminen in der Woche so oft vorbeischauen, wie sie wollen, und sich in kleinen Gruppen in unterschiedlichen Disziplinen üben. Vom Zeichnen über die Malerei bis hin zur Bildhauerei, von der Fotografie bis zum Video reicht das Angebot. Geleitet werden die offenen Ateliers von erfahrenen und im Umgang mit Jugendlichen geübten Künstlern wie Lena Ditlmann, die in Offenbach und an der Städelschule studiert hat, und dem in Dresden ausgebildeten Bildhauer Niklas Klotz.

          „Es ist nur ein Raum“, sagt Kulturdezernentin Hartwig, aber dahinter verberge sich eine „ganz große Sache“. Womit sie weniger das für das erste Jahr mit 35 000 Euro zu beziffernde Engagement der Stadt meint, sondern eher die Möglichkeiten, die sich den jungen Teilnehmern eröffnen. Immerhin werde das Thema kulturelle Bildung immer wichtiger. Insofern sei dieser „erste Baustein für eine künftige Jugendkunstschule“ eine „Investition in die kulturelle Zukunft Frankfurts“. Das darf man schon mal ein Versprechen nennen. Was es wohl auch der Stiftung Polytechnische Gesellschaft leichtgemacht hat, sich nach der Anschubfinanzierung der Freien Kunstakademie vor sechs Jahren für das „Atelier 1318“ mit weiteren 10.000 Euro zu engagieren.

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