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Frankfurt : Nikolaus Hirsch wird neuer Rektor der Städelschule

Daniel Binrbaum verlässt die Städelschule. Bild: Helmut Fricke

An der Spitze der Städelschule gibt es, für die kulturinteressierte Öffentlichkeit überraschend, einen Wechsel: Nach zehn Jahren gibt Daniel Birnbaum den Posten des Rektors auf.

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          An der Spitze der Städelschule gibt es, für die kulturinteressierte Öffentlichkeit überraschend, einen Wechsel: Nach zehn Jahren gibt Daniel Birnbaum den Posten des Rektors auf, bleibt der Institution aber wahrscheinlich weiterhin als Professor verbunden. Sein Nachfolger wird der Architekt, Kurator, Kunsttheoretiker Nikolaus Hirsch, der seit zwei Jahren an der Frankfurter Kunsthochschule Theorie und Praxis der Kunst lehrt. Der Konvent der Städelschule hat am Mittwochabend den 1964 geborenen Hirsch einstimmig zum neuen Rektor gewählt. Vom Wintersemester 2010/2011 an wird er dort die Geschäfte führen. Als Grund für seinen Rückzug nannte Birnbaum gestern unter anderem, sich künftig verstärkt um kuratorische Aufgaben kümmern zu wollen. Im vorigen Jahr hatte er mit der Biennale in Venedig, dessen künstlerischer Leiter er war, einen internationalen Erfolg erzielt. In der kommenden Woche wird in Berlin eine große Ausstellung mit Werken von Olafur Eliasson eröffnet, für die er verantwortlich ist.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie seine Zukunft genau aussehe, wisse er noch nicht genau, sagte Birnbaum. Er hoffe jedoch, als Lehrender an der Frankfurter Kunsthochschule tätig bleiben zu können. Im Rektorat habe er allerdings keine Möglichkeiten mehr gesehen, etwas zu gestalten: „Ich habe als Rektor das gemacht, was ich machen konnte. Vielleicht haben andere ganz andere Ideen.“ Es werde einen reibungslosen Übergang beim Amtswechsel geben, anders als vor zehn Jahren. Damals sei sein Vorgänger Kasper König schon weg gewesen, als er die Leitung übernommen habe. „Aber ich hatte das Glück, dass es ganz am Anfang möglich war, die Hochschule neu zu positionieren und einen Generationenwechsel einzuleiten.“ Der Portikus sei als Ausstellungshalle der Städelschule weltweit renommiert, noch nie ha- be ein Künstler, der eingeladen worden sei, eine Schau dort abgesagt. Künftig jedoch zähle auch der Portikus zu den Aufgabengebieten von Nikolaus Hirsch.

          Birnbaum ließ durchblicken, dass eine bessere finanzielle Ausstattung der im wesentlichen von der Stadt Frankfurt unterstützten Hochschule einen Anreiz geboten hätte, ihr länger als Rektor vorzustehen. Er habe es jedoch immer für ein Privileg gehalten, ihr Leiter zu sein. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), Vorsitzender des Kuratoriums der Städelschule, sagte gestern, Birnbaum sei ein Glücksfall für die Städelschule gewesen. Er sei froh, dass er ihr als Professor erhalten bleibe.

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