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Ausstellung zu DDR-Geschichte : Ferne Freiheit aus dem Radio

Unter Beobachtung: Anschriftenfahndungstafel in einem Postamt, mit deren Hilfe die Stasi Briefe von potentiellen Staatsfeinden herausgefischt hat. Bild: Museum für Kommunikation Frankfurt

Das Frankfurter Museum für Kommunikation widmet sich einer BBC-Sendung für die DDR. „Briefe ohne Unterschrift“ zeigt nicht nur den Alltag in der DDR, sondern macht deutlich, wie aktuell das Thema Meinungsfreiheit ist.

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          In der DDR hatten sie eine Vorliebe für das Wort „Trabant“ als Markenname. Nicht nur der im volkseigenen Automobilwerk hergestellte Zweitakter hieß so, sondern auch ein allseits beliebtes Transistorradio. Ein Exemplar davon ist jetzt in einer Ausstellung des Museums für Kommunikation in Frankfurt zu sehen, ein formschönes Gerät, mit dem sich nicht nur die Programme des ersten und vorerst letzten Arbeiter- und Bauernstaats auf deutschem Boden, sondern vor allem auch allerlei Feindsender empfangen ließen. Wie sie auch aus Röhrenradios ertönten, von denen einige Exemplare am Anfang der Schau übereinandergestapelt sind, der Größe nach geordnet.

          Michael Hierholzer
          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Kaum hat der Besucher den Raum betreten, erhält er aus der Ecke mit den altertümlichen Empfängern einen akustischen Eindruck vom „Londoner Radio“ und dessen Sendung „Briefe ohne Unterschrift“. Die BBC, Vorbild des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in der jungen Bundesrepublik, hatte das Format von 1949 bis 1974 in seinem deutschsprachigen Programm, eine Sendung, die sich in erster Linie an die Bewohner der DDR richtete. Im Mittelpunkt standen schriftliche Äußerungen der Hörer aus Ostdeutschland. Hier wurden ihre Meinungen ernst genommen, sie konnten ihre Sorgen und Wünsche artikulieren, Nachrichten aus der sozialistischen Republik übermitteln, die dort unterdrückt wurden.

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