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: "Filmpreis nicht in Frankfurt verleihen": Wiesbadener Kulturdezernentin Rita Thies steigt in Regionalkampfring

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Was dem einen sein Holbein, ist dem anderen sein Filmpreis: Auch die Konkurrenz zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und Frankfurt hat neue Nahrung gefunden. Nachdem der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts (CDU), am 17.

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          Was dem einen sein Holbein, ist dem anderen sein Filmpreis: Auch die Konkurrenz zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und Frankfurt hat neue Nahrung gefunden. Nachdem der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts (CDU), am 17. Juli angekündigt hatte, der Hessische Filmpreis werde in diesem Jahr im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt verliehen, hat die Wiesbadener Kulturdezernentin Rita Thies (Die Grünen) gestern ihre Intervention angekündigt. Sie habe um einen Termin bei Corts nachgesucht und hoffe, dieser überdenke seine Entscheidung noch einmal, so Thies.

          "Der Weggang des Balls des Sports sollte nicht weiter Schule machen", kommentierte Thies ihre plötzliche Bemühung. Dieser hatte 2002, nach zehn Jahren in Wiesbaden, erstmals wieder in Frankfurt stattgefunden. Der Hessische Filmpreis wird seit 14 Jahren in der Landeshauptstadt verliehen. Wiesbaden, erläuterte Thies, bemühe sich seit einigen Jahren, seinen "etwas verblichenen Ruf" als Filmstadt wieder herauszustellen und fördere "mit Nachdruck" Festivals, ein Medienbüro und andere Initiativen. Unter anderem findet dort das Festival des osteuropäischen Films "Go east" des Deutschen Filminstituts statt. In der Nachkriegszeit war Wiesbaden zur Filmproduktionsstadt geworden, neben Filmunternehmen residieren dort heute unter anderem die Filmbewertungsstelle und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Die Verleihung des Hessischen Filmpreises in Wiesbaden knüpfe an diese Tradition an, ließ Thies verlauten.

          Die Sprecherin des Kunstministeriums, Adrienne Lochte, zeigte sich verwundert über Thies' Äußerungen: Die Verlegung der Preisverleihung nach Frankfurt sei von Corts mit dem Wiesbadener Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU) in "beiderseitigem Einverständnis" abgesprochen worden und betreffe zunächst nur den diesjährigen Termin. "Es ist nicht unsere Absicht, die Preisverleihung aus Wiesbaden abzuziehen", so Lochte. Der Minister und Thies hätten ohnehin einen baldigen Gesprächstermin ins Auge gefaßt. Zudem werde die geplante Theaterbiennale, die im nächsten Jahr erstmals in mehreren Städten der Region stattfinden soll, von Wiesbaden aus gesteuert. Lochte sagte, in diesem Jahr seien bereits 150000 Euro, im nächsten 500000 Euro für das Theaterfest bereitgestellt. Die Organisation liegt in den Händen des Intendanten des Wiesbadener Staatstheaters, Manfred Beilharz, der das Konzept seiner früheren "Bonner Biennale" auf Wiesbaden übertragen will.

          Vor einigen Wochen hatte Corts nicht nur die Erweiterung des in diesem Jahr mit insgesamt 177000 Euro ausgestatteten Filmpreises um einen Hessischen Fernsehpreis angekündigt, sondern zugleich bekanntgegeben, er werde am 9.Oktober im Frankfurter Kino Metropolis verliehen. Um den Film- und Medienstandort Hessen aufzuwerten, so hatte es im Juli geheißen, werde eine Kooperation mit der Buchmesse begonnen. Diese bietet in diesem Jahr erstmals auch einen Schwerpunkt "Literatur und Film". EVA-MARIA MAGEL

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