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Filmfestival : Mit dem Mond im Bett

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Im Deutschen Filmmuseum Frankfurt zeigt das Kinderfilmfestival „Lucas“ zum 29. Mal den hohen Standard des Kinderfilms. Zum Start ein Ausblick auf das Programm.

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          Mit der Uraufführung des Films „Paulas Geheimnis“ von Gernot Krää beginnt im Deutschen Filmmuseum Frankfurt morgen um 14 Uhr das 29. internationale Kinderfilmfestival „Lucas“. Die Findungskommission um Festivalchef Günther Kinstler hat neue Kinderfilme aus aller Welt gesichtet und die interessantesten für den Wettbewerb ausgesucht.

          Eine Woche lang konkurrieren von morgen an 13 Filme um die Preise des Festivals. Direkt im Anschluß an „Paulas Geheimnis“ wird um 16 Uhr eine deutsche Großproduktion gezeigt: „TKKG - Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine“ ist der neue Film Tomy Wigands, dessen Verfilmung von Erich Kästners „Fliegendem Klassenzimmer“ vor drei Jahren sehr erfolgreich war.

          Abenteuer, Humor, Freundschaft und Ernst

          Dem klassischen Abenteuerfilm widmet sich Kasper Barfoeds dänischer Beitrag „Der verlorene Schatz der Tempelritter“, in dem Katrine, Nis und Mathias in den Sommerferien auf Bornholm auf Schatzsuche gehen. Geboten werden hier aber auch Mord und Verfolgungsjagden. Einen humorvollen Abstecher des Abenteuers in den Horror macht der Kinderfilm in Pieter Kuijpers niederländischem Beitrag „Der Horrorbus“. Auch die Familie ist für den Kinderfilm immer ein Thema: Aus Großbritannien kommt eine Neuproduktion von „Heidi“.

          Mit Max von Sydow als Alm-Öhi und Geraldine Chaplin als Fräulein Rottenmeier ist der Film von Paul Marcus prominent besetzt. Ebenfalls aus Großbritannien kommt John Hendersons „Der Hund von Greyfriars“, die Verfilmung einer anrührenden Legende aus der Zeit der industriellen Revolution, die von der Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und seinem Hund erzählt. Daniel Duvals „Pippos neue Familie“ hingegen stammt aus Frankreich und berichtet davon, wie sich ein kleiner Waisenjunge im Jahr 1954 mit seinen neuen Eltern anfreunden muß.

          Auch in diesem Jahr zeigt „Lucas“ Kinderfilme über die Bedrohung des Lebens durch Krankheit und Tod: In „Unna und Nuuk“, Saara Cantells spannendem Film aus Finnland, hilft eine Zeitreise in die Steinzeit dem schamanisch begabten Mädchen Unna, das Heilkraut zu finden, mit dem es seinen kranken Großvater wieder gesund machen kann. Tai-Hyung Lims „Mein kleiner Bruder“ erzählt vom koreanischen Jungen Han-yi und der Krebserkrankung seines älteren Bruders Han-byul. Ernst geht es auch in Solveig Hoogesteijns spanisch-venezolanischem Beitrag „Maroa“ zu. Er erzählt vom Versuch eines elf Jahre alten Mädchens, zwischen dealenden Freunden und den korrupten Polizisten einer lateinamerikanischen Großstadt zu überleben.

          Festivalpässe an den Kinokassen erhältlich

          Moral und Glaube werden vom Kinderfilm ebenfalls behandelt: Vishal Bhardwajs indischer Beitrag „Der blaue Schirm“ erzählt anhand des von der kleinen Biniya beim Kühehüten auf der Weide gefundenen leuchtendblauen Schirms, den alle Menschen so schön finden, daß sie ihn für sich haben wollen, eine kluge Geschichte vom Wert der Dinge und ihrem Besitz. Und Julia Kwans kanadischer Film „Eve, Buddha und der liebe Gott“ widmet sich den christlich-buddhistischen Versuchen der kleinen chinesischen Kanadierinnen Karena und Eve, an die Rettung ihrer Familie aus zahlreichen Schicksalsschlägen zu glauben.

          Acht Kinderkurzfilme konkurrieren um den bislang noch undotierten Kurzfilmpreis. Unter ihnen ist mit Babak Nazaris Kurzanimationsfilm „Der Fuchs und der Mond“ einer der ersten iranischen 3-D-Filme. Er erzählt vom Fuchs, der den Mond so liebt, daß er ihn sich vom Himmel holt. Als er versucht, den Mond in seinem Bett zu behüten, lernt er, daß es viel schöner ist, ihn am Nachthimmel zu bewundern, dort, wo er ihm schon zu Anfang so gut gefiel: Er bringt den Mond zurück.

          Alle Filme werden im Kino des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41, und im „Cinestar Metropolis“, Eschenheimer Anlage 40, jeweils mindestens einmal gezeigt. Wer während der Festivalwoche dreimal in eines der Kinos kommt, um sich einen Film anzusehen, und sich jeden Besuch mit einem Stempel in seinem Festivalpaß bestätigen läßt, darf noch einmal umsonst ins Kino. Festivalpässe sind an den Kinokassen erhältlich.

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