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Mal heiter, mal melancholisch: Fabian Müller spielt die letzten Klaviersonaten von Franz Schubert. Bild: Annemone Taake

Pianist Fabian Müller : Fröhlichkeit und Sehnsucht

  • -Aktualisiert am

Die letzten drei Klaviersonaten von Franz Schubert stehen im Fokus des Konzerts von Fabian Müller. Der Pianist spricht vorher über den Charakter dieser Stücke.

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          Von einem „Blick in das Ende des Lebens“ spricht Fabian Müller, von einer Musik, die unendlich traurig sei und die doch immer wieder das Gefühl eines Lächelns vermittle. Der 1990 in Bonn geborene Pianist wird Franz Schuberts letzte Klaviersonate B-Dur D 960 ans Ende seines Klavierabends stellen, den er am 12. August im Fürst-von-Metternich-Konzertkubus auf Schloss Johannisberg gibt. Der Musiker, der beim diesjährigen Rheingau Musik Festival bereits mit der Geigerin Bomsori Kim und dem Cellisten Maximilian Hornung ein Klaviertrio-Programm gespielt hat, wird sich in seinem Solo-Klavierabend ganz auf Franz Schubert konzentrieren und dessen drei letzte Klaviersonaten aufführen. Entstanden sind sie in Schuberts To­desjahr 1828; trotzdem wehrt sich der Pianist im Gespräch dagegen, von einem Spätwerk zu sprechen: „Das ist eine Musik des Aufbruchs, die so viele unterschiedliche Grundfarben enthält. Darin ist ein todessehnsuchtsvoller Schubert ebenso zu hören wie ein fröhlicher.“ Mit dem Tod habe sich der Komponist schließlich seit seiner Ju­gend auseinandergesetzt.

          Erst vor Kurzem hat Fabian Müller die Trias dieser drei Werke, zu denen neben der B-Dur-Sonate die Sonaten c-Moll D 958 und A-Dur D 959 gehören, eingespielt: „Das war in einem wunderschönen Saal in Südtirol“, in den er sich abends einige Gäste eingeladen habe. In langen Takes, also Aufnahmeabschnitten, habe er in deren Ge­genwart die Werke aufgenommen, möglichst ohne Unterbrechungen, „denn diese Musik ist noch viel mehr als die Summe ihrer Einzelheiten“. Die A-Dur-Sonate er­innere ihn an eine Bergwanderung an ei­nem klaren Tag unter freiem Himmel. Für die Sonate c-Moll dagegen greift er auf einen Interpretationsvorschlag zurück, den Alfred Brendel ihm unterbreitet habe. Ganz grimmig und beängstigend habe der um zwei Generationen ältere Pianist ihn plötzlich angeschaut und gesagt: „Bevor du diese Sonate spielst, musst du genau dieses Gefühl haben.“

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